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Panorama "Da kommt ein Tsunami, ich kann ihn sehen"
Nachrichten Panorama "Da kommt ein Tsunami, ich kann ihn sehen"
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13:59 30.09.2009
Teile Samoas gleichen einer Trümmerlandschaft. Quelle: afp
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Ein völlig zerbeultes Auto steckt in einer Hauswand, in einem Saal liegt ein gestrandetes Fischerboot, Straßen sind von Trümmern übersäht, ein zentnerschwerer Betonmischer liegt quer über der Straße: Nach dem verheerenden Tsunami bietet sich auf den normalerweise idyllischen und verschlafenen Samoa-Inseln ein Bild der Verwüstung. Dutzende Menschen wurden von den bis zu neun Meter hohen Flutwellen in den Tod gerissen, ganze Dörfer wurden ausgelöscht. „Autos wurden durch die Gegend geschleudert und zerschmettert. Es war ein Meer der Zerstörung“, beschreibt ein Tourist dem Fernsehsender Sky. „Alles ist platt. Es ist einfach platt. Es war so schnell, und nun ist alles weg“, sagt die neuseeländische Urlauberin Graeme Ansell.

Wendy Booth, die mit ihrem Mann die Ferienanlage „Sea Breeze“ auf Samoa führt, hat den Tsunami mit knapper Not überlebt. „Eine zweite Welle brach durch den Fußboden, spülte zur Hintertür wieder raus und riss uns mit“, schildert sie. „Wir konnten uns an einem Geländer festklammern. Mein Mann und ich hielten uns aneinander und an dem Geländer fest, und dann war die Welle vorbei, aber der Sog war enorm.“ Die Welle sei so stark gewesen, dass Möbel durch das Dach ihres Hauses gerissen wurden. Die Ferienanlage wurde völlig zerstört. „Die Lagune ist volle Trümmer“, berichtet Augenzeuge Tony Manson. „Ich weiß nicht, wie viele Leute tot sind, aber ich weiß, dass hier gerade einige Leute Leichen bergen.“

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Schwere Verwüstungen im Südsee-Paradies: Ein Tsunami hat auf den Samoa-Inseln Dutzende Menschen mit in den Tod gerissen, ganze Dörfer sollen von den Flutwellen weggerissen worden sein. Die Flutwellen wurden durch ein schweres Seebeben der Stärke 8,0 auf der Richterskala ausgelöst.

Samoas Premierminister Tuilaepa Sailele Malielegaoi ist Stunden nach der Katastrophe noch immer „außer sich vor Entsetzen“. „So viel ist zerstört. So viele Menschen sind verschwunden“, klagt er gegenüber der australischen Nachrichtenagentur AAP. „Ich bin so schockiert, so traurig über den Verlust.“ Sein Stellvertreter Misa Telefoni hat traurige Nachrichten von den Touristengebieten an den Küsten der Hauptinsel Upolu: „Die meisten Anlagen sind völlig zerstört. Die gesamte Küste bietet ein ziemlich düsteres Bild.“ Auch vom benachbarten Amerikanisch-Samoa kommen Berichte über Tod und Zerstörung: „Es wird vermutlich eine Woche dauern, bis wir das ganze Ausmaß kennen“, sagt Katastrophenschutzchef Michael Sala.

Lisa Winterstein telefonierte mit einem auf Samoa lebenden Verwandten, als die Katastrophe über das Inselreich hereinbrach: „Er sagte: ’Da kommt ein Tsunami. Ich kann ihn sehen.’ Dann hörte ich Schreie und kreischende Kinder, und dann brach die Leitung zusammen.“

Die Nähe des Seebebens der Stärke 8,0 zu Samoa ließ den Behörden kaum Zeit, Einwohner und Touristen zu warnen: Schon Minuten nach dem Erdstoß trafen die Flutwellen auf die flachen Inseln, berichtet Vize-Regierungschef Telefoni. Der Herausgeber der Zeitung „Samoa Observer“, Russell Hunter, kritisiert dagegen, es habe trotz eines Frühwarnsystems keine Tsunami-Warnung gegeben: Der Alarm sei erst nach den Flutwellen gekommen.

Auf dem 100 Kilometer östlich gelegenen Amerikanisch-Samoa verlief die Tsunami-Warnung dagegen offenbar weitgehend erfolgreich: „Polizeiwagen sind durch die Straße patrouilliert und haben die Leute aufgefordert, höhergelegene Gebiete aufzusuchen“, berichtet Einwohner David Vaeafe. „In den Bergen haben junge Männer auf Benzinkanister getrommelt, um die Menschen zu warnen.“

In der Hauptstadt Pago-Pago wurde die Fischfabrik überschwemmt, die Stromversorgung brach zusammen. Die Arbeiter in der Fabrik hätten gerade einmal drei Minuten gehabt, um sich in Sicherheit zu bringen, bevor das Wasser kam, berichtet Vaeafe. Das Werk wurde durch die Fluten zerstört.

afp

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