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Panorama Danke für gar nichts, Sommer 2011!
Nachrichten Panorama Danke für gar nichts, Sommer 2011!
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10:21 01.09.2011
Foto: Gummistiefel und Regenschirm gehörten im Sommer 2011 zu den wichtigsten Accessoires.
Gummistiefel und Regenschirm gehörten im Sommer 2011 zu den wichtigsten Accessoires. Quelle: dpa
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Hannover

Am Donnerstag beginnt der meteorologische Herbst in Deutschland – und zwar unter dem durchaus positiven Einfluss von „Irene“. Der ehemalige Hurrikan, der vor Tagen noch an der US-Ostküste tobte, zieht nun über den Atlantik und pumpt Warmluft nach Europa. Dabei bringt das kleine, aber intensive Hochdruckgebiet „Nina“ laut Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für das anstehende Wochenende noch einmal viel Sonne – und Sommergefühle.

■ Gibt es nach dem nassen Sommer wenigstens einen goldenen September? Da sind sich die Meteorologen noch uneinig. Am Sonnabend soll es bis zu 25 Grad warm werden – ohne oder mit nur wenigen Schönwetterwolken in Norddeutschland –, am Sonntag könnten es dann sogar noch ein paar Grad mehr werden. Nach den bisherigen Prognosen verabschieden sich „Nina“ und das Wochenende am Sonntagabend dann mit leichten Regenfällen. Nach dem Wochenende werde sich dann herbstliches Wetter durchsetzen, meint DWD-Meteorologe Martin Jonas. „Hoffentlich ist das noch nicht endgültig.“ Für den Herbst ist der Dienst wetter.net optimistisch und erwartet einen „überdurchschnittlich warmen und sehr freundlichen September und Oktober“. Erst im November werde es dann deutlich kühler. Dagegen rechnet Michael Klein von donnerwetter.de mit wechselhaftem Wetter im Herbst. „Der Altweibersommer könnte ausfallen oder nur kurz vorbeischauen“, sagt er.

■ Warum fühlte sich dieser Sommer so gar nicht nach Sommer an? Zu kalt, zu nass, zu wechselhaft – das ist der Eindruck, den die Menschen vom Sommer 2011 in Deutschland haben. Dabei fühlte sich der Sommer für die meisten schlechter an, als er den Daten nach war: Der DWD-Meteorologe Rüdiger Hartig vom Seewetteramt in Hamburg wies in diesem Zusammenhang auf die komplexe Wetterwahrnehmung der Menschen hin. In gefühlt guten Sommern gebe es bei klarem Himmel starke Schwankungen zwischen Tages- und Nachttemperatur – und damit nicht unbedingt hohe Durchschnittswerte. Sonnige und warme Tage machten den Unterschied zu einem eher trüben und gleichmäßig temperierten Sommer wie in diesem Jahr. „Das Gefühl ist stark abgängig davon, ob die Sonne scheint“, sagt Hartig. Und ausgerechnet in dieser wichtigen Disziplin erwies sich der Sommer in Norddeutschland eben als ziemlich knickerig.

■ War der Sommer besser als gefühlt? Aus Sicht der Meteorologen gab es 2011 kein besonders schlechtes Sommerwetter: „Das war ein ganz typischer mitteleuropäischer Sommer“, sagt zum Beispiel Dominik Jung vom Wetterdienst wetter.net. Er stellt klar, dass der Sommer – zu dem die Meteorologen die Monate Juni, Juli und August zählen – 0,6 Grad wärmer als im langjährigen Mittel war. Ein relativ warmer Sommer also – das gilt nicht nur für den Süden, sondern auch für Niedersachsen. Hier lag die durchschnittliche Temperatur mit 16,6 Grad immerhin 0,4 Grad über dem Mittelwert.

■ Und wo war die Sonne? So richtig schön war das Wetter im Juni und Juli zum Beispiel in Ost- und Südeuropa, berichtet Junk. Überall dort herrschten strahlender Sonnenschein und hohe Temperaturen. Das war dann nach Angaben des Meteorologen auch der Grund dafür, dass die Tiefdruckgebiete über Mitteleuropa blieben. Mehr als 25 dieser großen Schlechtwettergebiete sind im Laufe des Sommers über Deutschland hinweggezogen. Trotz der relativ hohen Temperaturen machte sich die Sonne über dem niedersächsischen Himmel rar. Der Deutsche Wetterdienst zählte im Landesdurchschnitt nur 483 Sonnenstunden, im Mittel der vergangenen Jahre sind es 583 Stunden. Großzügig war das Wetter dagegen mit Regen: Nach einem sehr trockenem Frühjahr fielen in Niedersachsen in den Monaten Juni, Juli und August 272 Liter pro Quadratmeter, im langjährigen Vergleich sind es nur 219 Liter.

■ Welches Wetter bringt die Zukunft? Weltweit rechnen Forscher in den nächsten Jahrzehnten mit steigenden Temperaturen. „Daran ändert auch ein kalter Sommer oder besonders kalter Winter nichts“, sagte Anders Levermann, Professor für die Dynamik des Klimasystems am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Es könne immer wieder Klimaschwankungen geben, beeinflusst vor allem durch Änderungen der Meeresströmungen. Zudem sei in den nächsten Jahrzehnten mit einer Zunahme von extremen Wetterereignissen zu rechnen.

Mathias Klein/dpa

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