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Panorama Das Streusalz wird im Norden knapp
Nachrichten Panorama Das Streusalz wird im Norden knapp
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08:31 06.01.2010
Von Saskia Döhner
Ein Streufahrzeug wird auf dem Betriebshof in Hannover mit Salz beladen. Quelle: Ralf Decker
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Das sagt Jens-Thilo Schulze von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Wie viel Körner auf diese Weise eingespart werden, ist unklar, Auf jeden Fall bleibe die Sicherheit der Autofahrer gewährleistet, hieß es.

Auch die Stadt Hannover denkt an die Sicherheit ihrer Bewohner und hat am Dienstag das Streusalzverbot aufgehoben. Weil das Streuen von Splitt und Sand nicht mehr ausreichten, sei jetzt Salz vorübergehend erlaubt, teilte der hannoversche Winterdienst mit. Umweltdezernent Hans Mönnighoff wies aber darauf hin, dass aus Umweltschutzgründen nur in Ausnahmefällen auf Fußwegen, Straßen und Plätzen Salz verteilt werden dürfe.

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Die Salzvorräte gehen allmählich zur Neige, und die Produzenten kommen nicht hinterher, obwohl sie auf Hochtouren arbeiten. „Wir fördern täglich 20.000 Tonnen“, sagt Natalya Akhapkina, Sprecherin des größten europäischen Salzherstellers Esco, eine hundertprozentige K+S-Tochter. Schon seit Weihnachten wird in den drei Werken in Grasleben bei Helmstedt, in Bernburg (Sachsen-Anhalt) und Rheinberg (Nordrhein-Westfalen) im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr gefördert. Was produziert wird, dient mittlerweile nicht mehr zum Auffüllen der Lager, sondern wird gleich ausgeliefert.

Normalerweise liefert Esco mit Hauptsitz in Hannover innerhalb von 48 Stunden an die Kommunen und Straßenmeistereien. Mittlerweile dauere es länger, sagt Akhapkina. Und nicht jeder bekomme die gewünschte Menge: „Wir achten auf eine gleichmäßige Verteilung, es darf nicht sein, dass eine Kommune leer ausgeht und sich eine andere den Hof volllädt“, betont Ulrich Göbel vom Mutterkonzern K+S aus Kassel.

Der Winter hat den Salzhersteller eiskalt erwischt. „Eigentlich sind wir mit 800.000 Tonnen in den Lagern gut gerüstet gewesen“, heißt es bei Esco. Aber die wiederholten Schneefälle und der anhaltende Frost habe die Vorräte viel schneller schmelzen lassen als erwartet. Aber vor den angekündigten Schneefällen am Wochenende werde genug Nachschub vorhanden sein, versichert K+S-Sprecher Göbel: „Bei paar Tage ohne Niederschläge verschaffen uns Luft.“ Am Dienstag verschaffte der Winter dem Konzern erstmal ein sattes Plus an der Börse. Die K+S-Aktien war mit einem Plus von 7,8 Prozent auf 44,88 Euro die größten Dax-Gewinner.