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Panorama Das sind die besten Tipps gegen Grippe
Nachrichten Panorama Das sind die besten Tipps gegen Grippe
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21:27 02.11.2011
Mit Impfungen gegen Influenza und Pneumokokken kommt man gut durch den Winter, aber auch Omas alte Hausmittel helfen bei Erkältung. Wir haben einige Tipps zusammengetragen. Quelle: dpa
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Herbstzeit ist Erkältungszeit. Das Robert-Koch-Institut in Berlin rät chronisch Kranken, über 60-Jährigen, Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen und Schwangeren (allerdings nicht in den ersten drei Monaten) sich gegen Grippe impfen zu lassen. Auch Beschäftigte in Gebäuden mit viel Publikumsverkehr und medizinisches Personal sollten besser vorsorgen, sagt Institutssprecherin Susanne Glasmacher. Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern hätten schließlich nicht nur ein höheres Ansteckungsrisiko, sondern könnten die Grippeviren auch auf Patienten übertragen. Als wichtigster Ratgeber für Patienten hätten sie zudem eine Vorbildfunktion. „Der wirksamste Schutz gegen die Grippe ist die Impfung. Wer sich impfen lässt, schützt sich und andere“, betont Niedersachsen Sozialministerin Aygül Özkan (CDU).

Hans-Bernhard Behrends, Leiter des Fachbereichs Gesundheit bei der Region Hannover, bietet zweimal in der Woche eine Impfsprechstunde an. Meist kämen zwischen 15 und 20 Patienten, sagt der Amtsarzt – Tendenz steigend.

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Nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO gehört auch in dieser Saison der Erreger H1N1 wieder zum Impfstoff. Nach der Impfung können leichte Nebenwirkungen wie Kopf- oder Gliederschmerzen auftreten, wenn der Körper noch keine Antikörper gegen die gespritzten Viren entwickelt hat. Manche Patienten fühlen sich schlapp, bei anderen schwillt die Einstichstelle. Aber die Beschwerden verschwinden meist nach wenigen Tagen wieder.

Über 60-Jährige sollten sich zusätzlich gegen Lungenentzündung (Pneumokokken) impfen lassen, heißt es bei der Ärztekammer Niedersachsen. Die hohe Todesrate bei Senioren und die Erkrankungshäufigkeit von rund 120 000 bis 140 000 Fällen pro Jahr seien Grund genug für die Empfehlung. Auch Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grundkrankheit wie zum Beispiel Immundefekte oder mit einem chronischen Leiden wie Asthma oder Diabetes mellitus sollten geimpft sein, meinen Mediziner. Bei Babys kann die erste Immunisierung bereits nach dem zweiten Lebensmonat erfolgen, die dann noch dreimal wiederholt werden muss. Eine Influenza-Impfung ist erst nach dem vollendeten sechsten Lebensmonat möglich.

Die Grippeschutz- und die Pneumokokken-Impfung können problemlos am selben Tag vorgenommen werden. Vor Erkältungen schützen die Impfungen aber nicht.

Herbstzeit ist auch Hygeniezeit: Um die Ausbreitung von Viren zu vermeiden, sollte häufiges Händewaschen (mit warmem Wasser und Seife für 15 bis 20 Sekunden) in der kalten Jahreszeit die Regel sein. So werde auch das Risiko für Atemwegs- und Durchfallerkrankungen gemindert, sagte Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut. Denn auch Norovirus-Infektionen träten im Winter häufiger auf als im Sommer. Wichtig sei es, mit den Händen nicht Augen, Nase und Mund zu berühren. Anstatt in die offene Hand sollte man in die Armbeuge niesen oder husten.

Hühnersuppe, Quark und Co.

Wer viel Sanddorn, Zitrusfrüchte und Kiwis mit Vitaminen zu sich nimmt, stärkt die Abwehrkräfte. Ob Vitaminpräparate dieselbe Wirkung haben, ist umstritten. Sinnvoll erscheint die akute Einnahme, wenn man etwa nassgeregnet worden ist. Auch wenn die Erkältung schon da ist, helfen Lebensmittel auf natürliche Weise: Lindenblüten, Anis- und Fencheltee gegen Husten, Quarkwickel bei Halsschmerzen, Pellkartoffeln auf der Stirn gegen Kopfschmerzen. Auch eine heiße Hühnersuppe tut immer gut. Sie wirkt antibakteriell, hemmt eine Entzündung der oberen Atemwege und lindert Gliederschmerzen. Hauptsache, die Suppe ist selbst gekocht. Dosen- oder Tütenprodukte sind weniger effektvoll.

Frische Luft und Sport

Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus, deshalb sollte man alle Räume regelmäßig lüften. Kurzes Stoßlüften bringt mehr, als Fenster dauerhaft auf Kipp zu stellen. Luftbefeuchter dagegen sind Keimherde – gerade für Allergiker. Spaziergänge und Sport, vor allem am Vormittag bei Sonnenschein, halten fit. Wichtig ist eine angemessene Kleidung. Ein Durchnässen und kalte Füße sollten vermieden werden.

Der Rettich-Trick

Ein Antibiotikum muss nicht immer vom Arzt verschrieben werden. Bei Husten, Schnupfen und Bronchitis hilft auch Rettich: Einen Esslöffel frisch geriebenen Rettich mit drei Esslöffeln Honig vermischen und eine Weile ziehen lassen. Von der Lösung sollte man fünfmal täglich einen Teelöffel einnehmen. Man kann auch einen Rettich aushöhlen, Kandis hineingeben und ihn stehen lassen. Auch so entsteht natürliches Antibiotikum.

Ab ins warme Wasser

Heilmittel Wasser: Wechselduschen und Saunagänge mit Aufgüssen härten ab. Erkältungsbäder, beispielsweise mit Menthol- oder Fichtennadelöl, entspannen und helfen bei Gliederschmerzen. Ein Fuß- oder Sitzbad mit langsam ansteigender Temperatur (von 34 bis 41 Grad) verbessert die Durchblutung der oberen Atemwege. Danach ist es wichtig, die Füße warm zu halten. Wer Fieber hat, sollte lieber nicht baden.

Saskia Döhner