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19:59 05.01.2015
Auflodernde Brände behindern immer wieder Feuerwehrleute und Ermittler, die nach weiteren Leichen in der verunglückten Fähre suchen müssen. Quelle: dpa
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Brindisi

Deutsche Ermittler schalten sich in die Untersuchung des Fährunglücks auf der Adria ein. Bei dem Feuer auf dem Fährschiff „Norman Atlantic“ waren mindestens zwei Menschen aus Deutschland ums Leben gekommen, wie das Auswärtige Amt in Berlin am Montag bestätigte. Deshalb werden auch Fachleute der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) nach der Ursache des Unglücks mit mindestens 13 Toten vor gut einer Woche forschen.

Unter den Opfern ist ein Mädchen aus Peine in Niedersachsen. Der Vater habe die staatenlose 15-Jährige identifiziert, sagte ein Sprecher der Peiner Polizei am Montag. Die 15-Jährige war mit ihrer Familie auf dem Schiff. Die „Peiner Allgemeine Zeitung“ berichtete, die Mutter werde weiter vermisst. Der Vater und die Schwester der Toten sollen wieder zu Hause sein.

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Neue Feuer erschweren die Untersuchungen

Immer neue Feuer auf der AdriafähreNorman Atlantic“ behindern unterdessen die Suche nach weiteren Vermissten und die Ermittlungen zur Brandursache. „Es wird noch Wochen dauern, bis man hinein kann. Und die Untersuchungen sind nicht einfach“, sagte Feuerwehrkommandant Michele Angiuli, der mit seinen Einsatzkräften auch am Montag gegen die Brände auf dem Schiff im Hafen von Brindisi kämpfte. In dem Wrack ist es nach wie vor sehr heiß, starker Wind fachte die Flammen an.
Angiuli erklärte laut italienischen Medien, der Zugang zu einigen Teilen des Autodecks sei bereits möglich, weitere Opfer seien dort aber noch nicht entdeckt worden. „Jedes einzelne Fahrzeug muss durchsucht werden“, sagte er. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft werden nach dem Feuer, das Ende Dezember mindestens 13 Menschen das Leben gekostet hatte, noch 10 bis 15 Menschen vermisst. Die Ermittler befürchten weitere Tote im Autodeck, wo das Feuer ausgebrochen war.

Die genaue Zahl der Vermissten ist wegen unstimmiger Passagierlisten und möglichen blinden Passagieren an Bord nach wie vor unklar. „Wir werden niemals wissen, wie viele blinde Passagiere an Bord waren und welches Ende sie gefunden haben“, sagte Vize-Staatsanwalt Ettore Cardinali, der die Untersuchungen auf dem Schiff leitet. Auch am Montag sollten die Experten und Ermittler die Arbeiten fortsetzen.

Die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung muss in dem Fall nach Angaben ihres Direktors Volker Schellhammer tätig werden, weil mindestens eine Deutsche ums Leben gekommen sei. Unter anderem sollen die deutschen Überlebenden des Feuers befragt werden, sagte Schellhammer dem Radiosender NDR 90,3. Zudem werde die BSU Italien anbieten, eigene Experten an Bord zu schicken.
Auf der Adriafähre war vor gut einer Woche auf der Reise von Patras in Griechenland nach Ancona in Italien ein Feuer ausgebrochen. Unter den mindestens 13 Todesopfern sind zwei Einsatzkräfte. Insgesamt 17 Deutsche wurden nach Angaben des Auswärtigen Amtes gerettet.

dpa

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