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10:14 06.03.2014
Von Klaus von der Brelie
Ein Dank an die Spender: Vor allem die Opfer des Taifuns auf den Philippinen erhielten viel Unterstützung.
Ein Dank an die Spender: Vor allem die Opfer des Taifuns auf den Philippinen erhielten viel Unterstützung. Quelle: dpa
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Geiz ist geil“ war gestern. Die Deutschen sind nicht knauserig. Im Gegenteil: Im vergangenen Jahr haben die Bundesbürger insgesamt 4,7 Milliarden Euro gespendet – so viel wie nie zuvor. Verglichen mit dem Vorjahr ergab sich 2013 ein Plus von 13 Prozent.
2011 wurden in Deutschland rund 4,3 Milliarden und 2010 rund 4,5 Milliarden Euro gespendet. Ausschlaggebend für den Anstieg des Spendenvolumens im vergangenen Jahr waren das Hochwasser in Deutschland und der Taifun Haiyan auf den Philippinen. Dies geht aus der neuen Studie „Bilanz des Helfens“ hervor, die jährlich im Auftrag des Deutschen Spendenrats von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) angefertigt wird.

Rund 34 Prozent aller Deutschen im Alter von mehr als zehn Jahren spendeten im Jahr 2013 an gemeinnützige Organisationen oder Kirchen. Die Zahl der Spender stieg damit um knapp vier Prozent auf 23,3 Millionen. „Selbst im Tsunami-Jahr 2005 wurde weniger gespendet als im vergangenen Jahr“, sagt Daniela Felser, Geschäftsführerin des Deutschen Spendenrats. Sie freut sich  auch über eine deutliche Steigerung der durchschnittlichen Spendensumme von 29 auf 33 Euro. Die Spendenhäufigkeit ging allerdings von 6,5 Spenden pro Jahr auf 6,2 zurück.
Allein im November und Dezember spendeten die Deutschen – nach dem Taifun Haiyan – 365 Millionen Euro für die Not- und Katastrophenhilfe. Das sind 251 Millionen Euro mehr als im ­Vergleichszeitraum des Vorjahres. Diese Mehreinnahmen für die Katastrophenhilfe sind zu etwa 60 Prozent auf neue Spender oder Mehrausgaben bestehender Spender zurückzuführen. Rund 95  Millionen gingen dafür in den ­Monaten November und Dezember zulasten anderer Spendenzwecke verloren, insbesondere der Kinder- und Jugendhilfe.

Größter Verlierer des vergangenen Jahres bei der Spendenwerbung sind die katholische Kirche und ihre Organisationen. Die GfK-Studie verzeichnet hier einen Rückgang um 2,6 Prozentpunkte oder rund 40 Millionen Euro.

Als Gründe nennt GfK-Sprecherin Gertrud Bohrer die Diskussion über Missbrauchsskandale in katholischen Einrichtungen, die Verweigerung der Pille danach für ein Vergewaltigungsopfer in einer katholischen Klinik und die Verschwendungsvorwürfe gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Dagegen konnten evangelische Organisationen wie die Diakonie und World Vision ihr Spendenniveau gegenüber dem Vorjahr halten (plus 0,3 Punkte). Die 30 umsatzstärksten, nicht konfessionell gebundenen Organisationen wie „Ärzte ohne Grenzen“ und „Aktion Deutschland“ hilft erzielten im vergangenen Jahr nahezu unverändert knapp ein Viertel der Gesamteinnahmen. (mit: epd)

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