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Panorama „Die WM hat uns ruiniert!“
Nachrichten Panorama „Die WM hat uns ruiniert!“
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19:21 28.06.2014
„Diese Sch....-WM hat uns ruiniert!“: Brasiliens Prostituierte sind mit dem Turnierverlauf unzufrieden. Quelle: dpa
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Rio de Janeiro

Dass bei der Fußball-WM in Brasilien bereits so viele europäische Mannschaften ausgeschieden sind, ärgert nicht nur die Fans. Enttäuscht sind auch die „Garotas de programa“ (Programm-Mädchen), wie die Prostituierten in dem Land genannt werden. Denn mit der Abreise der als besonders zahlungskräftig geltenden Europäer bricht für sie ein großer Teil des Geschäfts weg - Hoffnung macht immerhin das Weiterkommen der US-Boys.

„Ich habe gedacht, heute 1000 Reais (rund 330 Euro) verdienen zu können“, erzählt Rita in einer einschlägigen Bar an der Copacabana in Rio de Janeiro. „Nun weiß ich, es werden bloß 100“, beklagt die 26-Jährige. Sie und ihre Kolleginnen hätten neben den Anhängern aus den USA vor allem auf die europäischen Schlachtenbummler gesetzt. Schließlich habe auch das horizontale Gewerbe mit der Preis-Explosion zur Weltmeisterschaft zu kämpfen. „Alles ist für uns teurer geworden: Motels, Pensionen, die Kneipen, wo wir essen.“

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Ihre Kollegin Laura ist enttäuscht, dass noch so viele Mannschaften aus Lateinamerika dabei sind. Bei den Latinos, weiß sie zu berichten, sitze das Geld längst nicht so locker in der Tasche: „Uruguayer, Chilenen, Kolumbianer, Argentinier, die zahlen nichts, die sind abgebrannt und haben keinen Real“, poltert die 31-Jährige. „Die jammern bloß und wollen alles umsonst“, ergänzt sie. Lauras Fazit lautet deshalb: „Diese Sch....-WM hat uns ruiniert!“

Amanda schimpft vor allem über die Männer aus Mexiko und Chile. „Die saufen die ganze Nacht und werden dann unerträglich. Aber dann klammern sie sich an ihr Geld.“ Während die Freier aus den USA und Europa bereit seien, 400 Reais (etwa 130 Euro) für ein „Programm“ zu zahlen, machten die Latinos „mit Glück“ 150 Reais locker, erzählt die 28-Jährige. „Wir haben den einen oder anderen Deutschen und ein paar Amerikaner“, ergänzt Amanda. Aber die große Masse der Kunden komme aus Lateinamerika. Für die 28-Jährige sind ohnehin die US-Touristen die besten Freier: „Die haben Geld in der Tasche und sind spendabel.“

Mit Pfeil und Bogen haben indianische Ureinwohner gegen die WM in Brasilien protestiert. Ein berittener Polizist wurde durch einen Indianerpfeil verletzt. Die Polizei ging mit Tränengas gegen die Demonstraten vor.

Brasiliens Behörden sind bei den Themen Prostitution und Sextourismus auf der Hut, denn diese Art von Besuchen will das Land nicht fördern. Vor der WM wurden zudem die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen als schweres Verbrechen eingestuft und die Strafen verschärft. Schon an Flughäfen werden potenzielle Täter gewarnt, dass für sie bereits ein Zimmer reserviert sei: Eine Zelle mit Gittern.

dpa

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