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Panorama Doppelmörder von Bodenfelde sah gerne blutrünstige Filme
Nachrichten Panorama Doppelmörder von Bodenfelde sah gerne blutrünstige Filme
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12:30 11.05.2011
Vor dem Landgericht in Göttingen geht der Prozess um den mutmaßlichen Doppelmörder von Bodenfelde weiter. Quelle: dpa
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Der mutmaßliche Doppelmörder von Bodenfelde hatte einen Hang zu Horrorfilmen. Jan O. habe gern blutrünstige Filme gesehen, sagte ein Zeuge am Mittwoch im Landgericht Göttingen aus. Der Leiter einer Drogenentzugseinrichtung hatte den Angeklagten über ein Jahr lang betreut, bis seine Behandlung im Sommer vergangenen Jahres wegen unerlaubten Alkoholkonsums abgebrochen wurde. Gegenüber anderen Patienten sei der 26-Jährige häufig aggressiv geworden, sagte der Mann. „Wenn er sich gekränkt gefühlt hat, ist er ausgeflippt.“

Jan O. soll im vergangenen November zwei Teenager getötet haben: die 14-jährige Nina und den 13 Jahre alten Tobias. In einem schriftlichen Geständnis voller grausamer Details hatte er die Taten zu Beginn des Prozesses zugegeben.

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In den Monaten vorher sei der 26-Jährige zunehmend verwahrlost, sagte seine frühere Bewährungshelferin am Mittwoch aus. Zudem habe er gegen zahlreiche Bewährungsauflagen verstoßen - zum Beispiel sei er teilweise nicht erreichbar gewesen und habe Alkohol und Drogen konsumiert. „Im Oktober hat er mir erzählt, er trinke schon vormittags“, sagte die Bewährungshelferin. Zum Zeitpunkt der beiden Morde war Jan O. nur zur Bewährung auf freiem Fuß.

Ein Polizist berichtete als Zeuge, dass der Angeklagte in den Wochen vor den Morden eine Reihe von Straftaten wie Diebstähle und kleinere Brandstiftungen begangen hatte. Bei einer Durchsuchung habe die Polizei festgestellt, dass seine Wohnung vermüllt und verwahrlost gewesen sei.

dpa

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