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Panorama Dutzende Tote nach Unwetter im Urlaubsparadies
Nachrichten Panorama Dutzende Tote nach Unwetter im Urlaubsparadies
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20:18 21.02.2010
Bei schweren Unwettern sind auf Madeira mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen. Quelle: dpa
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Schwere Unwetter haben die portugiesische Ferieninsel Madeira verwüstet und mindestens 42 Menschen das Leben gekostet. Wie die Regionalregierung in einer neuen Bilanz am Sonntag in der Hauptstadt Funchal weiter bekanntgab, gab es 70 Verletzte und 248 Obdachlose. Die Zahl der Vermissten sei noch unbekannt, hieß es. Die Rettungskräfte befürchteten, dass unter dem Schlamm, der die Straßen von Funchal bedeckte, noch Menschen begraben sein könnten, sagte Francisco Ramos der Nachrichtenagentur Lusa. „Wir suchen weiter nach Leichen“, versicherte Ramos und fügte hinzu: „Wir warten auf die Teams vom Festland.“

Stundenlanger Regen hatte am Sonnabend auf der bergigen Atlantikinsel zu Überschwemmungen und Erdrutschen geführt. Die Wassermassen und Schlammlawinen rissen Menschen, Autos und Bäume mit. Brücken stürzten ein, zahlreiche Häuser und Straßen wurden zerstört.

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Die Behörden betonten, Touristen seien nicht unter den Toten. Das Auswärtige Amt bestätigte, bislang seien keine Deutschen durch das Unwetter verletzt oder gar getötet worden. Am Wochenende waren nach Angaben des Touristikkonzerns Tui rund 1400 Urlauber auf Madeira. Allen gehe es gut, hieß es. Am Sonntagvormittag machte der Regen vorerst eine Pause.

Die portugiesische Regierung schickte ein Flugzeug mit Rettungstauchern, Ärzten und Bergungsspezialisten auf die rund 900 Kilometer von Lissabon entfernte Insel. Die auf Madeira stationierten Einheiten der Streitkräfte seien bereits mit Rettungshubschraubern im Einsatz, hieß es in einer Pressemitteilung. Die Soldaten würden auch bei der Beseitigung von Trümmern und der Reparatur von Brücken helfen, erklärten die Streitkräfte.

Der portugiesische Ministerpräsident José Sócrates flog unterdessen nach Madeira, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Nach einem Treffen mit der Regionalregierung sagte er am späten Samstagabend (Ortszeit), Lissabon werde „jede nötige Hilfe“ leisten und schon am Sonntag große Hilfssendungen auf den Weg bringen.

Die Regionalregierung will auch die Europäische Union um Hilfe bitten. Der Präsident der Europäischen Kommission, der Portugiese José Manuel Barroso, zeigte sich bestürzt über die Naturkatastrophe. Die Kommission werde die portugiesischen Behörden in „dieser schrecklichen Katastrophe“ unterstützen, sagte er.

Das wegen seiner prächtigen Flora als „Blumeninsel“ bekannte Madeira ist mit etwa 265 000 Einwohnern das größte Eiland des gleichnamigen Archipels. Zu diesem gehören noch die kleine Insel Porto Santo sowie drei unbewohnte kleinere Inseln. Jährlich besuchen rund eine Million Touristen die Atlantikinsel, die knapp 900 Kilometer südwestlich von Lissabon liegt.

dpa/afp