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Panorama EKD-Rat sieht Schneider als Wunsch-Nachfolger für Käßmann
Nachrichten Panorama EKD-Rat sieht Schneider als Wunsch-Nachfolger für Käßmann
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15:44 27.02.2010
Nikolaus Schneider zeigte sich offen für eine Kandidatur als Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Quelle: dpa
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In der Debatte um die Nachfolge von Margot Käßmann an der Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gibt es eine klare Präferenz für Nikolaus Schneider, den Präses der rheinischen Kirche. Nach einer zweitägigen Sitzung des EKD-Rates in Tutzing am Starnberger See bezeichneten sowohl Bayerns Landesbischof Joachim Friedrich als auch Katrin Göring-Eckardt, Präses der EKD-Synode, den 62 Jahre alten Schneider am Sonnabend als Wunschkandidaten. Auch andere in dem Gremium hätten sich entsprechend geäußert, sagte Göring-Eckardt. Die EKD-Synode, das ist das Kirchenparlament, werde im November in Hannover aber völlig frei über die Nachfolge entscheiden.

Käßmann war am Mittwoch nach einer Alkoholfahrt als EKD-Chefin und hannoversche Bischöfin zurückgetreten. Schneider ist als ihr bisheriger Vize bis November kommissarischer EKD-Ratsvorsitzender. Er selbst zeigte sich offen für eine Kandidatur, betonte aber, dass er sich diese Frage bis zur Synode offenhalten wolle. „Ich sage nicht: Nein, auf gar keinen Fall. Diese Offenheit ist da“, sagte Schneider.

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Unterdessen buhlen die Grünen um Margot Käßmann: Nach ihrem Rücktritt will die kulturpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Agnes Krumwiede, die Theologin in die Politik und zu den Grünen holen, berichtete die „Bild“-Zeitung. „Käßmann wäre ein Gewinn für uns Grüne, obwohl es wichtig ist, dass Kirche und Politik unabhängige Instanzen bleiben“, sagte Krumwiede.

In einer Umfrage gab die Mehrheit der evangelischen Gläubigen an, Käßmanns Rücktritt sei richtig gewesen. In der repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Emnid für „Bild am Sonntag“ sagten 58 Prozent der befragten Protestanten, Käßmann sei zurecht zurückgetreten. Im Schnitt aller Befragten, also auch der Katholiken und Nicht-Christen, hielten aber nur 51 Prozent diesen Schritt für richtig.

Nach der Sitzung des EKD-Rates im bayerischen Tutzing sagte Präses Göring-Eckhardt: „Ich persönlich würde mich sehr freuen, wenn die Zusammenarbeit mit Nikolaus Schneider über den Herbst hinausreichte.“ Sie hob seine profilierte Art, seine sozialethische Kompetenz und seine „außerordentlich große Herzenswärme“ hervor. Friedrich begründete sein Votum für Kontinuität mit Schneider damit, dass er persönlich es überhaupt nicht gut finde, wenn es binnen eines Jahres gleich drei EKD-Ratsvorsitzende gebe. Friedrich und Göring-Eckardt betonten, dass mit der Nennung dieser Präferenzen niemand der Synoden-Entscheidung vorgreifen wolle.

lni

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