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Panorama Ed Kashi gewinnt mit Beitrag über Spätfolgen des Vietnamkriegs
Nachrichten Panorama Ed Kashi gewinnt mit Beitrag über Spätfolgen des Vietnamkriegs
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11:13 21.12.2010
Das Unicef-Foto des Jahres: Ein neunjähriges Mädchen leidet an den Spätfolgen des Vietnamkriegs. Quelle: Ed Kashi/VII
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UNICEF-Schirmherrin Bettina Wulff sagte bei der Preisverleihung in Berlin: „Das Foto des Jahres 2010 ist ein Appell gegen das Vergessen.“

Kashis Bild zeige, dass Kriege auch Jahre nach ihrer Beendigung noch furchtbare Folgen für Kinder haben, erklärte die Frau von Bundespräsident Christian Wulff weiter. Kashi ist der elfte Preisträger des seit 2000 weltweit ausgeschriebenen Wettbewerbs. Sein Foto ist Teil einer Dokumentation über die Folgen von „Agent Orange“, einem Entlaubungsmittel, durch das das Erbgut vieler Menschen geschädigt wurde. Allein in Da Nang, einem ehemaligen US-Luftwaffenstützpunkt, leben heute 16.000 Kinder mit Behinderungen aufgrund des Gifteinsatzes. Der Vietnamkrieg wurde 1975 von den Amerikanern für beendet erklärt.

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Ed Kashi hat im Juni beim zweiten Lumix Festival für jungen Fotojournalismus an der Fachhochschule Hannover vor Hunderten Zuhörern einen bewegenden Vortrag über seine Arbeit gehalten. Er fotografiert immer wieder benachteiligte Menschen in Regionen, die von der Weltöffentlichkeit vergessen wurden, und arbeitet auch an experimentellen Multimedia-Produktionen.

Auch der Zweitplatzierte befasst sich mit den Auswirkungen des Krieges auf Kinder. Der Iraner Majid Saeedi begleitete Mädchen und Jungen in Afghanistan mit der Kamera. Der drittplatzierte GMB Akash aus Bangladesch machte auf die Situation von Mädchen aufmerksam, die als Prostituierte schlimme gesundheitliche Schäden in Kauf nehmen müssen.

Fara Phoebe Zetsche, Fotografiestudentin an der Fachhochschule Hannover, erhielt eine ehrenvolle Erwähnung für ihre Fotoreportage "Hoard and Clutter". Zetsche hat für ihre Reportage mehr als ein Jahr lang eine Familie begleitet, die am sogenannten Messie-Syndrom leidet - einer Zwangsstörung, bei der es die Betroffenen aus Verlust- oder Existenzangst heraus nicht schaffen, sich von Gegenständen zu trennen. In schweren Fällen betrifft das sogar Abfall, die eigene Wohnung wird nach und nach zur Müllhalde. Fara Phoebe Zetzsches Bilder geben einen sensiblen Einblick in den Alltag der Familie. Zetsche studiert seit 2007 bei Professor Rolf Nobel im Design Center an der Expo Plaza.

In diesem Jahr hatten 113 von internationalen Experten nominierte Fotografen aus 33 Ländern insgesamt 1.263 Bilder eingereicht.

dapd/uk

17.12.2010
17.12.2010