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Panorama Ein Jahr nach Bin Laden-Tötung: „USA sicherer“
Nachrichten Panorama Ein Jahr nach Bin Laden-Tötung: „USA sicherer“
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14:48 29.04.2012
Foto:Der Friedensnobelpreisträger Obama ist live dabei, wie Spezialeinheiten Tausende Meilen entfernt in Pakistan Terrorchef Osama bin Laden töten.
Der Friedensnobelpreisträger Obama ist live dabei, wie Spezialeinheiten Tausende Meilen entfernt in Pakistan Terrorchef Osama bin Laden töten. Quelle: dpa
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Washington

Nach der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden sind die USA nach Ansicht von Verteidigungsminister Leon Panetta sicherer geworden. Wie Panetta am Rande einer Südamerika-Reise vor Journalisten betonte, gebe es keine „Wunderwaffe", um das Terrornetzwerk zu zerstören. Geheimdienstexperten schätzen das Risiko eines großen Terrorakts in den USA als gering ein. Ein Anschlag einer ausländischen Terrorgruppe mit vielen Opfern „ist im kommenden Jahr unwahrscheinlich", sagte Robert Cardillio vom Büro des Nationalen Geheimdienstdirektors nach einem Bericht des "Wall Street Journal" von Samstag.

Bin Laden war vor einem Jahr - am 2. Mai 2011 - von einem Spezialkommando der US-Armee in seinem Versteck in der nordpakistanischen Stadt Abbottabad getötet worden.

Die größte Bedrohung für die Sicherheit der USA gehe nicht mehr vom eigentlichen Kern der Al-Kaida-Führung in Pakistan aus, berichtete das Blatt unter Berufung auf US-Geheimdienstexperten. Vielmehr habe sie sich zu deren Verbündeten im Jemen verlagert sowie zu schwer identifizierbaren Einzeltätern, die ihre Taten im Namen der Organisation weltweit verüben.

Bin Ladens Nachfolger Eiman al-Sawahiri verfüge auch nicht über die glühende Anhängerschaft seines Vorgängers. Während Kern-Al-Kaida nur noch wenige hundert Mitglieder haben dürfte, werde die Anhängerschaft des jemenitischen Ablegers des Terrornetzwerks, Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel, auf eine Zahl im mittleren bis hohen Hunderter-Bereich geschätzt.

„Es steht außer Frage, dass Amerika durch die Bin-Laden-Operation sicherer geworden ist", sagte Panetta, der während der Aktion 2011 in Pakistan CIA-Direktor war. Das heiße aber nicht, dass Al-Kaida keine Bedrohung mehr darstelle. „Es heißt auch nicht, dass wir nicht mehr verantwortlich dafür sind, sie aufzuspüren, wo immer sie auch sind."

Saudi-Arabien hat sich unterdessen bereiterklärt, drei Witwen sowie mehrere Kinder und Enkelkinder Bin Ladens nach ihrer Abschiebung aus Pakistan aus „humanitären Gründen" aufzunehmen. Bin Ladens Angehörige seien ins Land gelassen worden, da sie nichts mit den Machenschaften des vor einem Jahr getöteten Al-Kaida-Anführers zu tun gehabt hätten, berichtete die arabische Zeitung „Al-Sharq Al-Awsat" am Samstag. Die drei Witwen, neun Kinder und zwei Enkel waren am Freitag mit einer Sondermaschine in Saudi-Arabien angekommen. Zwei der Witwen sind Staatsbürgerinnen des Golfstaates. Die jüngste Witwe stammt aus dem Jemen.

Die Witwen sowie zwei erwachsene Töchter waren Anfang April von einem pakistanischen Gericht wegen illegalen Aufenthalts im Land zu jeweils 45 Tagen Gefängnis und einer Geldstrafe verurteilt worden. Die Abschiebung erfolgte, nachdem sie ihre Haftstrafe verbüßt hatten.

dpa

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