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Panorama Ein neuer „Regenbogenkrieger“ geht auf Fahrt
Nachrichten Panorama Ein neuer „Regenbogenkrieger“ geht auf Fahrt
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13:50 20.10.2011
„Rainbow Warrior III“ auf der Jungfernfahrt nach Hamburg. Quelle: dpa
Berne

Kapitän Joel Stewart lässt zweimal das Horn erklingen. Dann legt die „Rainbow Warrior III“ an der Werft in Berne ab. Gemächlich pflügt der grüne Bug durchs Wasser, die weiße Taube am Rumpf weist den Weg. Spaziergänger am Ufer winken dem majestätischen Segler zu. Die 50 Meter hohen Masten überragen selbst die höchsten Bäume am Rand der Weser. „Es ist fantastisch“, schwärmt Stewart.

Seit 22 Jahren fährt der Amerikaner mit Greenpeace zur See. Doch diese Tour ist für ihn etwas Besonderes: Es ist die Jungfernfahrt des neuen Flaggschiffs der Umweltorganisation. Entspannt steht Stewart auf der Brücke, das Steuerrad, vier große Monitore, unzählige Knöpfe und Hebel vor ihm. Der Kurs ist auf Hamburg gesetzt, wo das Schiff am Donnerstagvormittag eintrifft. „Alles funktioniert wunderbar. Aber bisher hatten wir ja noch keine Herausforderung“, sagt der Kapitän.

Diese wird nicht lange auf sich wartenlassen: Im nächsten Jahr soll sich der 58 Meter lange „Regenbogenkrieger“ wahrscheinlich auf den Weg nach Südamerika machen, um vor der brasilianischen Küste Frachter mit illegal geschlagenem Tropenholz zu blockieren. Doch erstmal ist die Besatzung in friedlicher Mission unterwegs. Sie wird in den nächsten Monaten neben Hamburg unter anderem Amsterdam, London und die Kanaren anlaufen, wo Besucher das Schiff besichtigen können.

Noch riecht es nach Farbe an Bord, alles glänzt strahlend weiß. Von der Messe führt eine steile Treppe zu den Kabinen. An einer Wand steht ein Stockbett, auf der gegenüberliegenden Seite eine Bank und ein Tisch. Die Dusche befindet sich in einer Ecke des kleinen Raumes, die Toiletten sind auf dem Gang. „Auf einem Schiff ist es immer eng“, bestätigt die niederländische Steuerfrau Hettie Geenen. „Aber es schläft sich gut hier.“

32 Besatzungsmitglieder sollen auf dem Schiff Platz finden - neben den 14 Seeleuten auch Taucher, Biologen oder andere Experten, die für die jeweilige Kampagne nötig sind. Im Kampf gegen Umweltsünder fährt die Crew künftig schweres Geschütz auf. Im Gegensatz zu den beiden vorherigen Flaggschiffen gibt es einen Hubschrauber an Bord, der ein riesiges Seegebiet absuchen kann. Hat er einen Walfänger oder andere Gegner entdeckt, setzt Greenpeace mit Kränen zwei Schlauchboote aufs Wasser. Innerhalb kurzer Zeit sind sie am Ziel.

„Mit der „Rainbow Warrior III“ kann man sich vor Greenpeace nicht verstecken“, sagt der Schiffsexperte Christian Bussau. Doch nicht nur deshalb ist er auf den 23 Millionen Euro teuren Neubau stolz. Das Schiff ist - wie es sich für eine Umweltschutzorganisation gehört - rundherum grün. „Wir wollten zeigen, dass Alternativen in der Seeschifffahrt möglich sind“, sagt Bussau.

Fünf große Segel bringen den „Regenbogenkrieger“ klimaschonend über die Meere. Nur bei Flaute springt der Dieselmotor mit Abgasreinigungsanlage ein und ein sparsamer Elektromotor, wenn niedriges Tempo reicht. Der Müll an Bord wird sortiert, Trinkwasser aus dem Meer gewonnen und Abwasser aufbereitet. Auf PVC, Tropenholz und andere schädliche Materialien mussten die Schiffsbauer von der Fassmer Werft bei Bremen verzichten.

Trotz all der technischen Wunderwaffen - für die Seeleute ist das Wichtigste auf dem Schiff ganz klar die Kombüse. „Wenn das Essen stimmt, ist die Besatzung glücklich“, sagt Matrose Pablo Bullrich. Für Glück im Magen sorgt zweimal am Tag Koch Walter Rodriguez. Auf der Anrichte vor ihm steht eine Schüssel mit geschälten Kartoffeln. Geschickt häutet der Inder Zwiebeln. Süßkartoffelsuppe, gegrilltes Hähnchen und überbackenen Blumenkohl soll es zur Feier des Tages geben.

Champagner wird die Besatzung später aber nicht köpfen, höchstens ein Bier. Denn Dienst ist Dienst.

dpa

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