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Panorama Elf Jahre Haft für tödliche Messer-Attacke
Nachrichten Panorama Elf Jahre Haft für tödliche Messer-Attacke
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19:59 13.12.2010
Ein 37-Jähriger ist wegen Mordes und Totschlags zu einer Haftstrafe von elf Jahren verurteilt worden. Quelle: dpa (Archiv)
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Wegen der tödlichen Messer-Attacke auf seine Ex-Freundin und ihren Lebensgefährten muss ein 37-Jähriger eine Haftstrafe von elf Jahren verbüßen. Das Landgericht Verden verurteilte den vermindert schuldfähigen Mann am Montag wegen Mordes und Totschlags. Er hatte im März in Bad Fallingbostel erst den 31-Jährigen und dann seine frühere Freundin erstochen. Eigentlich hatte er geplant, die 36-Jährige zu entführen, sie umzubringen und dann Selbstmord zu begehen. Als er ihren Liebhaber bewusstlos schlagen wollte, wehrte sich dieser. Also tötete er auch ihn. Die Anklage hatte zwölf Jahre Haft wegen Mordes in zwei Fällen gefordert.

Am frühen Morgen des 12. März hatte der gelernte Raumausstatter seiner Freundin und ihrem neuen Partner morgens vor dem von ihnen bewohnten Haus aufgelauert. Er versuchte zunächst den 31-Jährigen niederzuschlagen, als dieses misslang, versetzte er ihm sieben Messerstiche. Anschließend wandte er sich der Frau zu und tötete sie mit zwei Stichen. Beide starben noch am Tatort.

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Sein ursprünglicher Plan war es, den Nebenbuhler außer Gefecht zu setzen und die Frau zu entführen. Auf einer Waldlichtung wollte er ein Ritual vollziehen, bei dem beide unter anderem mit ihrem Blut ihre Namen auf einen mitgebrachten Katzenschädel schreiben sollten, dann wollte er sie und sich mit dem gleichen Messer töten. „Es wäre die letzte Verbindung zwischen ihnen gewesen“, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilbegründung. In dem Prozess hatte der Angeklagte gesagt, dass er glaubte, auf diese Weise in der Ewigkeit mit ihr vereint zu sein.

Der Einschätzung eines Sachverständigen folgend erkannte das Gericht auf verminderte Schuldfähigkeit wegen einer schweren seelischen Abartigkeit. Verzweiflung und Hilflosigkeit hätten zu einer Depression geführt.

Lebenslänglich wird der 37-Jährige möglicherweise an den Rollstuhl gefesselt bleiben. Er war nach der Tat geflüchtet und hatte einen Suizidversuch unternommen. Bei seiner Rettung wurde er vorsorglich mit Sauerstoff versorgt. Durch das Verrutschen eines Tubus kam es zu einer Sauerstoffmangelversorgung des Gehirns. Seitdem kann der Angeklagte seine Gliedmaßen kaum bewegen und nicht richtig sprechen.

dpa