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Panorama Entlaufener Jungwolf narrt seine Verfolger
Nachrichten Panorama Entlaufener Jungwolf narrt seine Verfolger
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14:28 22.09.2011
Ein Jungwolf aus einem Cuxhavener Zoo ist entlaufen. Quelle: dpa
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Cuxhaven

Ein entlaufener Jungwolf widersetzt sich seit Tagen im Kreis Cuxhaven allen Versuchen, ihn wieder einzufangen. „Wir wissen, wo er ist; aber er ist schlau und scheu“, sagte der Direktor des „Zoos in der Wingst“, Rüdiger Wandrey. Aus dem Tierpark war der viereinhalb Monate Wolf vor knapp drei Wochen auf unbekannte Weise entkommen. Das Tier befinde sich in der Nähe des Tierparks. „Wir wollen ihn gezielt anfüttern und in eine alte Wildschweinfalle locken“, sagte Wandrey. Von dem kleinen Wolf ginge keine Gefahr für Mensch oder Tiere aus. Der Zoo unterhält Gehege mit sieben erwachsenen Wölfen und fünf Jungtieren.

Derzeit liegt das junge Tier nach Überzeugung des Zoodirektors „irgendwo im Unterholz und hält einen Verdauungsschlaf“. Nach der Flucht war der Wolf ein paar Mal von Jägern und Spaziergängern gesichtet worden: „Wir kommen aber nicht so dicht an ihn heran, dass wir ihn sicher mit einem Betäubungsgewehr treffen könnten“, sagte Wandrey.

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Stattdessen wird der Wolf nun von Jägern „angeludert“. Gezielt ausgelegtes Futter soll ihn in eine alte Wildschweinfalle locken, die die Jäger wieder aktiviert haben. Bislang ließ sich der muntere Flüchtling Rehkeulen und Rinderknochen aber nur gut schmecken: „Derzeit ist er einfach nur satt und lässt sich nicht aus der Reserve locken“, hat Wandrey beobachtet.

So groß wie ein Münsterländer-Welpe

Nach wie vor ist es Wandrey ein Rätsel, wie der junge „Isegrimm“ entkommen konnte. „Es gibt kein Loch im Zaun, und der Wolf musste an einem Hochspannungsdraht vorbei“, sagte der Zoodirektor. Der Flüchtling sei ungefähr so groß wie ein kleiner Hund der Rasse Münsterländer und sehr schlank.

Allerdings befand sich der Wolf nicht im Hauptgehege, „das mit Spezialzäunen abgesichert ist wie die Festung Alcatraz“, räumte Wandrey ein. Vielmehr war der Junior als Gesellschafter einer Altwölfin zugeteilt, die mit zwei Bären in einem Extragehege lebt. „Vielleicht war er der alten Dame nur ein wenig überdrüssig“, meinte der Zoodirektor.

Der Zoo in der Wingst hält seit Jahren ein Rudel Wölfe. Laut Wandrey handelt es sich um Wildtiere und nicht um von Menschen aufgezogene Exemplare: „Für wilde Wölfe ist der Mensch völlig uninteressant, weil er nicht in sein Beuteschema gehört und auch nicht als Bedrohung empfunden wird“, versichert Wandrey.

jhe/dpa