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Panorama Ermittler rätseln über Motiv für Blutbad auf US-Armeestützpunkt
Nachrichten Panorama Ermittler rätseln über Motiv für Blutbad auf US-Armeestützpunkt
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14:33 08.11.2009
Trauernde stellen Kerzen zum Gedenken an die dreizehn Tote auf. Quelle: afp
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Nach dem Amoklauf auf dem US-Armeestützpunkt Ford Hood vom Donnerstag werden immer mehr Details über das Blutbad bekannt. Es sei sehr wahrscheinlich, dass der Amokläufer als Einzeltäter gehandelt habe, sagte ein Armeesprecher. Eine Polizistin, die den Amokläufer stoppte, wurde als Heldin gefeiert. US-Präsident Barack Obama will am Dienstag an der Trauerfeier für die Opfer teilnehmen.

"Alle bislang gesammelten Indizien sprechen dafür, dass der Verdächtige allein gehandelt hat", sagte der Sprecher der Ermittlungseinheit der US-Armee für Kriminalfälle, Chris Grey. Bislang gebe es zudem keine Hinweise darauf, dass die Opfer versehentlich von anderen Soldaten angeschossen worden seien. Über das Motiv des Täters, des 39-jährigen Militärpsychiaters Nidal Malik Hasan, herrschte weiter Unklarheit.

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So gilt als möglich, dass Hasan, der als Psychologe von Kampfeinsätzen aus Afghanistan und dem Irak heimgekehrte traumatisierte US-Soldaten betreute, unter der Last seiner Aufgabe zusammenbrach. Verwandte hatten zudem berichtet, der gläubige Muslim habe sich diskriminiert gefühlt und unter seiner bevorstehenden Entsendung ins Ausland gelitten. Hasan hätte Ende November gegen seinen Willen nach Afghanistan geschickt werden sollen. Nicht ausgeschlossen wurde auch ein religiöser Hintergrund.

Behördenvertreter und US-Medien feierten die 34-jährige Polizistin Kimberley Munley als Heldin des Amoklaufs. Sie war nach den ersten Schüssen zum Ort des Geschehens geeilt und hatte Hasan gestellt. Bei einem Schusswechsel wurden beide schwer verletzt.

Auch Hasan Gesundheitszustand verbesserte sich offenbar, die künstliche Beatmung konnte bereits eingestellt werden, wie der stellvertretende Kommandeur von Ford Hood, Oberst John Rossi, sagte. Ob er bereits Fragen der Ermittler beantworten konnte, blieb dagegen unklar. 17 der 30 bei dem Amoklauf Verletzten befanden sich am späten Samstagabend nach Angaben Rossis noch im Krankenhaus. Ermittlern zufolge feuerte Hasan während des Amoklaufs mehr als 100 Schüsse ab. Bei den Todesopfern handelt es sich um zwölf Armeeangehörige und einen Zivilisten.

An der Trauerfeier in Fort Hood am Dienstag werden auch Obama und seine Frau Michelle teilnehmen. Obama hatte am Samstag den mutigen Einsatz gegen den Täter gelobt. Bei aller Tragik hätten tapfere Zivilisten und Soldaten auch "das Beste von Amerika" gezeigt, sagte Obama in einer Radioansprache.

afp