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Panorama Ermittlungen nach Busunglück bei Berlin gestalten sich „schwierig“
Nachrichten Panorama Ermittlungen nach Busunglück bei Berlin gestalten sich „schwierig“
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12:25 27.09.2010
Abtransport des schwer zerstörten Reisebusses am Autobahnkreuz Schönefeld: Die Polizei ermittelt, wie es zu dem Unglück kam.
Abtransport des schwer zerstörten Reisebusses am Autobahnkreuz Schönefeld: Die Polizei ermittelt, wie es zu dem Unglück kam. Quelle: dpa
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Die Polizei hat zu dem schweren Busunglück mit 13 Toten in Brandenburg eine Ermittlungsgruppe aus deutschen und polnischen Experten gebildet. Sie versuche herauszufinden, wie es zu der Tragödie bei Berlin kommen konnte, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Montag in Potsdam.

„Die Ermittlungen gestalten sich schwierig“, sagte ein Polizeisprecher des Schutzbereichs Königs Wusterhausen. „Wir sind mittendrin.“ Es werde zudem kontinuierlich Kontakt mit der polnischen Botschaft gehalten.

Drei schwer verletzte polnische Reisende, die nach dem Busunglück im Berliner Unfallkrankenhaus operiert wurden, sind außer Lebensgefahr. „Die Patienten hatten schwere Knochenbrüche und eine Lungenprellung“, sagte Unfallchirurg Gerrit Matthes am Montag. Ein Patient werde noch künstlich beatmet, mindestens eine weitere Operation sei nötig. Insgesamt wurden nach dem Unfall am Sonntag fünf Verletzte im Alter zwischen 18 und 50 Jahren ins Unfallkrankenhaus Marzahn eingeliefert. Zwei von ihnen haben leichtere Verletzungen und können die Klinik in den nächsten Tagen wieder verlassen.

Sechs der polnischen Businsassen sind am Montag in ihre Heimat zurückgereist. Nach Angaben der Polizei in Königs Wusterhausen sollten sie mit einem Bus der polnischen Botschaft zurück nach Zlocieniec im Nordwesten Polens gebracht werden. Die Identifizierung der Toten dauerte noch an.

Zum Gedenken an die 13 Toten wehen die Flaggen an allen öffentlichen Gebäuden des Landes an diesem Montag auf Halbmast. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat die Trauerbeflaggung angeordnet.

Am Montagmorgen trafen mehrere Bussen mit Angehörigen der verunglückten polnischen Forstarbeiter und ihrer Familien aus dem westpommerschen Zlocieniec in Brandenburg ein. Sie werden nach Polizeiangaben zunächst in Königs Wusterhausen selbst von Ärzten psychologisch betreut, bevor sie dann zu ihren verletzten Angehörigen in die verschiedenen Krankenhäuser gebracht werden.

Für die Betreuung der Angehörigen wurde eine Arbeitsgruppe der brandenburgischen Landesregierung gebildet. Platzeck hatte bereits am Sonntag gemeinsam mit dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk Verletzte in einem Berliner Krankenhaus besucht. Der brandenburgische Regierungschef hatte sich erschüttert über eines der schwersten Busunglücke im Land geäußert.

Zu dem Unfall war es gekommen, als ein Auto auf der A10 in den Bus fuhr. Daraufhin prallte der polnische Reisebus mit 49 Insassen am Schönefelder Kreuz gegen einen Brückenpfeiler. Die 37 Jahre alte Fahrerin des Wagens wurde ebenfalls schwer verletzt. Neben den 13 Toten gibt es insgesamt 18 Schwerverletzte.

Der polnische Reisebus kam aus Barcelona, die polnischen Insassen waren auf dem Rückweg von einem Spanien-Urlaub. Der genaue Unfallhergang muss laut Polizei noch geklärt werden. Der Bus soll in einem guten Zustand gewesen sein. Die Busse des Unternehmens seien für den internationalen Reiseverkehr zertifiziert. Zudem seien zwei Busfahrer abwechselnd im Einsatz gewesen, hieß es von Seiten des Busunternehmens.

dpa, afp