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Panorama Ermittlungen wegen Kindesmissbrauchs in Kurklinik
Nachrichten Panorama Ermittlungen wegen Kindesmissbrauchs in Kurklinik
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12:18 14.09.2010
Kindesmissbrauch auf Sylt Quelle: dpa
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Die Flensburger Staatsanwaltschaft geht dem Vorwurf sexuellen Missbrauchs unter Kindern in einer Kurklinik auf Sylt nach. „Es ist eine Strafanzeige der Mutter eines Kindes eingegangen“, sagte Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt am Dienstag. Sie bestätigte einen Bericht der „Bild“-Zeitung, wonach es um Kinder unter 14 Jahren geht. „Wir überprüfen, ob es einen strafrechtlich relevanten Vorfall gegeben hat“, sagte Stahlmann-Liebelt. Die Kinder stammten aus verschiedenen Teilen der Bundesrepublik.

Rechtsanwalt Carsten Ernst aus Bielefeld sagte, im Juli und August seien während eines sechswöchigen Klinikaufenthaltes bis zu zwölf Kinder missbraucht worden. Alle Beteiligten seien unter 14 Jahre alt, auch die vier bisher ermittelten potenziellen Täter. In der Klinik werden übergewichtige Kinder behandelt.

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„Wir werden die Ermittlungen vornehmen, die erforderlich sind, um festzustellen, ob etwas passiert ist, was passiert ist und wie es strafrechtlich zu würdigen ist“, sagte Oberstaatsanwältin Stahlmann- Liebelt. „Wir stehen da am Anfang.“ Nun müssten die Beteiligten angehört werden. Laut „Bild“ soll es zu den Übergriffen in einer Wohngruppe mit 16 Kindern gekommen sein. Das Blatt zitiert eine Mutter mit der Aussage, ihr Sohn sei unter Schlägen zu Zungenküssen und Oralverkehr gezwungen worden. Die Frau habe Strafanzeige erstattet.

Ermittlungen nach Missbrauch auf Ameland schwierig

Die Ermittlungen nach den sexuellen Missbrauchsfällen auf der Nordseeinsel Ameland gestalten sich schwieriger als zunächst vermutet. Sowohl die potenziellen Täter als auch Opfer werden nach wie vor vernommen, sagte der Sprecher der Osnabrücker Staatsanwaltschaft, Alexander Retemeyer, am Dienstag. Viele Details und Widersprüche in den bisher vorliegenden Aussagen seien noch nicht geklärt. Anfang Juli war es auf der holländischen Insel Ameland bei einer Ferienfreizeit des Stadtsportbundes Osnabrück in einer Jugendgruppe zu Quälereien und sexuellem Missbrauch gekommen. Die Polizei geht inzwischen von acht Opfern und zehn Tätern aus, wobei zwei Jugendliche zugleich Täter und Opfer sein sollen.

dpa