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Panorama Erste Spur im Fall verstorbener Pflegeheimbewohner in Hillesheim
Nachrichten Panorama Erste Spur im Fall verstorbener Pflegeheimbewohner in Hillesheim
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16:06 07.05.2009
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Dies geht aus einem Zwischenbericht der Staatsanwaltschaft Trier hervor.

Die chemischen Stoffe Mercacatane und Aziridin seien nur in kleinen Mengen festgestellt worden, sagte ein Sprecher des Justizministeriums. Aziridin ist dem Fresenius-Institut zufolge „in Wohnräumen ungewöhnlich“. Wie die chemischen Verbindungen in die Räume gelangen konnten, ob über Putzmittel oder anderweitig, sei noch völlig offen.

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Auch das festgestellte Schimmelpilzgift Mykotoxin kann schon in kleinen Dosen lebensgefährlich sein. Alle gefundenen Substanzen könnten Lungenschäden auslösen, zitierte der Ministeriumssprecher den Bericht der Staatsanwaltschaft.

Ob die Chemikalien und die Pilze tatsächlich für den Tod der Heimbewohner verantwortlich sind, müssen die Mainzer Rechtsmediziner klären. Ihnen seien die Testergebnisse zugesandt worden, die sie nun mit Gewebeproben der Verstorbenen vergleichen sollen.

Zwischen Mitte März und Anfang April waren in einer Abteilung der Hillesheimer Pflegeeinrichtung 12 der 36 Bewohner erkrankt. Sie litten unter Übelkeit, Erbrechen, Atemnot und Auswurf. Seitdem starben insgesamt neun der Erkrankten. Bei vier von ihnen geht die Staatsanwaltschaft inzwischen von natürlichen Todesursachen aus, die offenbar nichts mit der rätselhaften Erkrankungswelle zu tun haben. Bei fünf der obduzierten Leichname fanden die Rechtsmediziner dagegen unerklärliche entzündliche Veränderungen der Lungen und der Atemwege.

ddp