Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Erste Tote durch Kälte in Deutschland
Nachrichten Panorama Erste Tote durch Kälte in Deutschland
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:29 10.12.2012
Ab Mitte der Woche erwarten Meteorologen milderes Wetter. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Wer rodeln oder eine Schneeballschlacht machen will, muss sich sputen: Der Schnee schmilzt. Ob es bis zum Weihnachtsfest noch einmal bis ins Flachland schneit, ist offen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Montag in Offenbach mitteilte. Es bleibt aber bitterkalt mit zweistelligen Minusgraden in den Nächten. Hoch „Schorsch“ gewinnt mit klirrend kalter Luft aus dem Norden die Oberhand über Schneetief „Marie“, das Richtung Osten zieht. Noch ist es vielfach weiß in Deutschland.

In der Kälte starb im hessischen Rüsselsheim ein Obdachloser im Schlaf. Laut Polizei hatte sich der 38-Jährige in der Nacht zum Sonntag direkt vor der Tür eines Wohncontainers mit einem Schlafsack hingelegt – in dem Container war kein Platz mehr für ihn. Bereits am Sonnabend war in einem Berliner Hinterhof ein lebloser Mann entdeckt worden, der vermutlich erfroren war. Bei dem Toten in Kreuzberg handelt es sich vermutlich um einen Obdachlosen. Nach Polizeiangaben war zunächst unklar, woran der Mann starb.

Anzeige

Bundesweit gab es wegen des Wetters einige Verkehrsunfälle. Ausgerechnet Streusalz hatte zum Beispiel ein Lastwagen geladen, der auf einer glatten Straße in der Eifel ins Schlingern kam. Die Ladung ergoss sich auf eine Wiese – immerhin 25 Tonnen Streusalz, wie ein Mitarbeiter der Straßenmeisterei in Simmerath berichtete, für die der Transport bestimmt war. Der Fahrer des Lastwagens blieb unverletzt. Auf den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld fielen Flüge aus oder verspäteten sich.

Auf dem 1141 Meter hohen Brocken im Harz wuchs die Schneedecke auf 60 Zentimeter. Der Deutsche Wetterdienst warnte am Montag in Teilen von Thüringen vor unwetterartigen Schneefällen. Zu Wochenbeginn lag der größte Teil Deutschlands unter einer geschlossenen Schneedecke – nur der Nordwesten blieb ausgespart. Der DWD meldete zum Beispiel acht Zentimeter Schnee in Saarbrücken, in Rostock lagen 14, in Berlin 12 und in Dresden 17 Zentimeter Schnee. In den Mittelgebirgen war die Schneedecke mindestens einen halben Meter dick.

Lange wird sich der winterliche Anblick in Deutschland nicht halten: Von Donnerstag an rechnen die Meteorologen mit milderen Wetter. „Von Frankreich her wird es spürbar wärmer“, sagte Ruppert. Die Niederschläge gehen wieder in Regen über, und am Sonntag herrschen tagsüber durchweg Plusgrade.

dpa/frs

Mehr zum Thema

Freude für Wintersportler, Leid für Reisende: Während es bundesweit Hunderte Wintersportler zum Rodeln und Skifahren zog, sorgten Schneetreiben und Glätte am zweiten Adventswochenende zugleich für zahlreiche Unfälle auf den Straßen. Die Bahn musste zudem das Tempo für ihre Fernverkehrszüge drosseln.

09.12.2012

Dichtes Schneetreiben und klirrende Kälte haben vielen Menschen in Deutschland am zweiten Advent zu schaffen gemacht.Eine Frau in Sachsen-Anhalt erfror vermutlich.

09.12.2012

Die starken Schneefälle vom Wochenende freuen die Wintersportler im Harz, doch für viele Autofahrer bedeuten sie erhebliche Behinderungen. Einige Straßen musste am Montagmorgen sogar gespett werden, weil Bäume unter der Last des Schnees umgeknickt waren.

10.12.2012