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Panorama Ex-Chef vom Staatsbad Bad Nenndorf scheitert mit Klage
Nachrichten Panorama Ex-Chef vom Staatsbad Bad Nenndorf scheitert mit Klage
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12:26 31.03.2011
Das Staatsbad in Bad Nenndorf
Das Staatsbad in Bad Nenndorf Quelle: dpa
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Die fristlose Kündigung des ehemaligen Chefs des Staatsbades Bad Nenndorf ist rechtens. Das hat das Landgericht Hannover am Donnerstag entschieden. Die Klage des fristlos entlassenen Geschäftsführers sei abgewiesen worden, weil er bewusst gegen seine Informationspflichten verstoßen habe, begründete die Zivilkammer ihre Entscheidung.

Hintergrund ist die Vergabe von Verträgen über rund 25.000 Euro an eine Werbeagentur, die zuvor dem Aufsichtsrat nicht vorgelegt wurden. Dadurch sei das Vertrauensverhältnis beschädigt worden und eine fristlose Entlassung begründet, so das Gericht. Der Geschäftsführer hätte den Aufsichtsrat umfassend über die Verträge informieren müssen.

Nenndorf ist neben Pyrmont in Niedersachsen der einzige Bäderort, der den Titel Staatsbad tragen darf. Es ist eine hundertprozentige Tochter des Landes Niedersachsen.

Das Staatsbad verlangt von dem Ex-Chef wegen Pflichtverletzung im Gegenzug Schadensersatz in Höhe von gut 326.000 Euro. „Wir warten jedoch die Ergebnisse der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bückeburg ab“, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums am Donnerstag in Hannover.

Seit Jahren kommt das Staatsbad wegen interner Streitigkeiten nicht zur Ruhe. Zuletzt wurde im Februar der Vertrag mit einem weiteren Geschäftsführer kurzfristig wieder aufgelöst, nachdem bekannt wurde, dass gegen den Mann wegen des Verdachts auf Untreue und Korruption ermittelt wird. Ende der 1990er Jahre hatte es monatelang Ärger wegen ungünstiger Verträge um die Verpachtung des Hotels „Esplanade“ gegeben. Dabei soll dem Land damals ebenfalls finanzieller Schaden entstanden sein.

dpa