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Panorama Experten erwarten im Herbst schwerere Verläufe der Schweinegrippe
Nachrichten Panorama Experten erwarten im Herbst schwerere Verläufe der Schweinegrippe
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17:12 06.08.2009
Bei den Erkrankungen mit der sogenannten Schweinegrippe wird es im Herbst zu mehr schweren Verläufen kommen. Quelle: ddp (Symbolbild)
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Er rechne zudem mit „viel mehr“ Erkrankungen, sagte PEI-Präsident Johannes Löwer am Donnerstag in Berlin. Auch Todesfälle seien möglich. Zum Schutz gegen das Virus solle im September mit den Impfungen begonnen werden. Die Kosten sollen dem Bundesgesundheitsministerium zufolge die Krankenkassen tragen. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hatte indes erklärt, dann eine Erhöhung des Beitragssatzes zu verlangen.

Durch die Zugabe von sogenannten Adjuvanzien und die Verringerung des Virus-Eiweißes wird nach Angaben von Löwer gewährleistet, dass genügend Dosen in kürzester Zeit hergestellt werden können. Wenn der antigene Gehalt reduziert werde, könne die Kapazität verzwölffacht werden, sagte Löwer. Die Erfahrungen mit Impfstoffen mit Adjuvanzien seien gut, betonte er.

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Das Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK) habe bereits eine Musterzulassung für einen Impfstoff. Löwer zufolge haben sich die Länder geeinigt, die 50 Millionen Dosen bei GSK zu bestellen. Auch mit Novartis wurden Verträge abgeschlossen. Da der Konzern jedoch noch keine Musterzulassung besitze und derzeit Studien durchführe, dauere die Zulassung länger. „Im Oktober ist damit zu rechnen“, sagte Löwer.

Da die Erkrankungen bisher meist mild verliefen, sollen zunächst die Risikogruppen geimpft werden. Wer genau dazu zählt, soll laut Robert-Koch-Institut (RKI) im September entschieden sein. „Im Moment macht es keinen Sinn, die gesamte Bevölkerung zu impfen“, sagte Löwer.

Die Kosten sollen die gesetzlichen Krankenkassen tragen. Impfungen als Prophylaxe seien nicht nur Pflichtaufgabe der Kassen, sagte der Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Klaus Theo Schröder. Es stünden den Kassen auch genügend Gelder zur Finanzierung der Impfung zur Verfügung. Der Ruf nach Beitragserhöhungen sei daher „völlig unangemessen.“

Trotz dieser klaren Vorgabe wollen die gesetzlichen Krankenkassen die Impfkosten auf höhere Beiträge umwälzen. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hatte erklärt, dass die gesetzlichen Krankenkassen einen Anstieg des einheitlichen Beitragssatzes zum 1. Oktober verlangen würden, falls sie die Kosten für die Schweinegrippe-Impfungen tragen müssen.

Da das Virus besonders durch heimkehrende Urlauber nach Deutschland eingeschleppt wird, erwägt Nordrhein-Westfalen (Schulbeginn 17. August) eine mögliche Verlängerung der Ferien. Hacker sprach sich zwar nicht direkt gegen eine Verzögerung des Schulbeginns aus. Er verwies jedoch darauf, es sei sinnvoller, wenn über Maßnahmen gegen eine Infektion informiert würde.

Bundesweit stieg laut Robert-Koch-Institut (RKI) die Zahl der Infizierten der jüngsten Erhebung zufolge seit Dienstag um 656 bestätigte Fälle auf mehr als 8600.

ddp