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Panorama Experten warnen vor illegalen Feuerwerkskörpern
Nachrichten Panorama Experten warnen vor illegalen Feuerwerkskörpern
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20:44 27.12.2011
Selbstgemachte oder importierte Böller führen jedes Jahr in Deutschland zu zahlreichen Verletzungen.
Selbstgemachte oder importierte Böller führen jedes Jahr in Deutschland zu zahlreichen Verletzungen. Quelle: dpa
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Kiel/Potsdam

Großen Schaden können vor allem illegale Böller aus dem Ausland verursachen, die nicht nur reines Schwarzpulver enthalten, sondern auch Metalle, wie der Sprecher des Hauptzollamtes Frankfurt (Oder), Andreas Behnisch, sagte. „Das Zeug knallt mehr.“ Es gebe aber „unkalkulierbare Gefahren“.

Am Dienstag riefen mehrere Landesregierungen zur Vorsicht im Umgang mit Feuerwerkskörpern auf. „Das Abbrennen von Feuerwerk in der Silvesternacht ist für viele ein schönes Ereignis, es darf aber nicht zum Albtraum werden“, erklärten Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke und Arbeitsminister Günter Baaske (beide SPD). In diesem Jahr beginnt der Verkauf von Silvesterfeuerwerk am morgigen Donnerstag. Rund 113 Millionen Euro dürften sich die Bundesbürger ihr Silvesterfeuerwerk dieses Jahr nach aktuellen Schätzungen kosten lassen.

Behnisch erinnerte daran, dass es verboten sei, Feuerwerkskörper ohne Prüfzeichen der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung nach Deutschland einzuführen. In der brandenburgischen Grenzregion richtet sich das Augenmerk vor allem auf Böller aus Polen. Dieselben Probleme seien auch an den Grenzen zu Tschechien und den Niederlanden bekannt, sagte Behnisch. In Polen wird Feuerwerk das ganze Jahr über verkauft. „Die Böller sind ein gewisses Stückchen günstiger als in Deutschland.“ Im Jahr 2010 habe der Zoll mehr als 16 000 Böller im Bereich Frankfurt (Oder) beschlagnahmt. In diesem Jahr hätten Zöllner im Grenzgebiet schon im November einen großen Fund gemacht: Rund 10 000 Böller habe ein Mann, der von Polen in Richtung Berlin unterwegs gewesen sei, in einem Fahrzeug transportiert.

Behnisch sagte, dass sich viele Menschen gar nicht klar machten, was es im Ernstfall bedeute, mit einer so großen Menge an Feuerwerkskörpern unterwegs zu sein: Bei einem Unfall könne es zu einer riesigen Explosion kommen. Kinder sind an Silvester besonders gefährdet, worauf die Johanniter-Unfall-Hilfe am Dienstag hinwies. Sie sollten nicht unbeaufsichtigt Feuerwerkskörper zünden dürfen und keinesfalls Blindgänger aufheben, warnten die Johanniter. An Silvester seien Verbrennungen an Händen sowie Verletzungen an Augen und Ohren besonders häufig.

Die Johanniter weisen darauf hin, dass bei Kindern Ohren besonders geschützt werden müssen. Silvesterböller erreichten eine Lautstärke von 130 bis 175 Dezibel, was lauter ist als ein Presslufthammer und das Innenohr schädigen kann. Empfehlenswert sind Ohrstöpsel. Brandwunden sollten nur kurzzeitig mit Wasser gekühlt werden und anschließend mit einem keimfreien Verbandtuch abgedeckt werden.

vm/dpa

27.12.2011
27.12.2011
27.12.2011