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Panorama Fahnder nehmen Göttinger Gewaltverbrecher fest
Nachrichten Panorama Fahnder nehmen Göttinger Gewaltverbrecher fest
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21:01 11.01.2010
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Der gebürtige Serbe war im Juni vergangenen Jahres gewaltsam in die Wohnung seiner Ex-Freundin in Göttingen eingedrungen. Dort stach er mit einem Messer auf die 24-jährige Frau und deren fünfjährigen Sohn ein. Beide erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Der Junge sei so schwer verletzt, dass er nie wieder gesund werde, sagte am Montag die Leiterin des 1. Fachkommissariats der Polizeiinspektion Göttingen, Annegret Kortleben. Er habe eine Querschnittslähmung und andere bleibende Schäden davongetragen.

Der 21-Jährige war unmittelbar nach der Tat ins Ausland geflüchtet. Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin einen europäischen Haftbefehl wegen des Verdachts des versuchten Totschlages und der gefährlichen Körperverletzung erwirkt. Danach hefteten sich sofort Spezialkräfte der Polizei an seine Fersen. Auch Verbindungsbeamte des Bundeskriminalamtes seien in die Fahndung eingeschaltet gewesen, sagte der Leiter des zentralen Kriminaldienstes, Volker Warnecke. Diese arbeiten mit den örtlichen Behörden im Ausland zusammen.

Am vergangenen Donnerstag waren die Zielfahnder am Ziel: Der 21-Jährige hatte unter einem falschen Pass versucht, von Mazedonien nach Serbien einzureisen. Dabei sei er an der Grenze festgenommen worden, sagte Warnecke. Bereits zuvor habe sich der Gesuchte über längere Zeit in Serbien aufgehalten, er habe dort verschiedene Anlauf- und Kontaktadressen gehabt. Während seiner Flucht habe der 21-Jährige „alle Register gezogen“, um den Fahndern zu entkommen. So habe er verschiedenste Personalien benutzt. Er sei inzwischen anhand des Fingerabdrucks eindeutig identifiziert worden.

Die Festnahme habe auch bei der Familie des Opfers große Erleichterung ausgelöst, sagte Annegret Kortleben. Die frühere Lebensgefährtin des 21-Jährigen habe die ganze Zeit unter einem starken psychischen Druck gestanden und immer Angst gehabt, dass ihr Ex-Freund wieder auftauchen könnte. Der Festgenommene hatte sie vor der Tat wochenlang mit Anrufen und SMS-Mitteilungen belästigt. Anfang Juni drang er dann früh morgens gewaltsam in ihre Wohnung ein. Frau und Kind befinden sich aufgrund ihrer schweren Verletzungen immer noch in ärztlicher Behandlung.

Von Heidi Niemann