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14:17 26.01.2015
Fahrräder sollen auch in Zukunft keine Nummernschilder haben. Wirksamer gegen Raudis seien Polizisten auf dem Rad. Quelle: dpa
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Goslar

Sind Radfahrer wirklich Rüpel auf zwei Rädern? Zumindest Autofahrer dürften von Fall zu Fall darüber klagen. Es gibt jedenfalls ein Mittel, um die radelnden Verkehrssünder zu schnappen.

In Radfahrer-Hochburgen wie Münster oder Göttingen klagen Autofahrer gerne über Rüpel auf zwei Rädern. Dass Radler sich nicht immer an die Verkehrsregeln halten, weiß man auch beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub. „Mehr Kontrollen könnten da nicht schaden“, sagte ADFC-Sprecher René Filippek.

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Dass allerdings Nummernschilder helfen könnten, Radfahrer zu mehr Disziplin anzuhalten, glaube er nicht, sagte Fillipek der Deutschen Presse-Agentur im Vorfeld des 53. Verkehrsgerichtstages. Der Kongress, bei dem es auch um das Thema „Radfahrer und Alkohol“ geht, beginnt in der kommenden Woche in Goslar. „Die Kennzeichen wären klein und schwer zu erkennen“, sagte Fillipek.

Selbst wenn ein Rad nach einem Verstoß identifiziert würde, brächte dies wenig, sagte Andreas Hölzel vom ADAC. Denn in Deutschland gebe es keine Halterhaftung. Und die Fahrer seien kaum aufzuspüren. Zudem stünden die Kosten, um knapp 80 Millionen Fahrräder in Deutschland mit Schildern auszurüsten, in keinem vertretbaren Verhältnis zum angestrebten Ziel.

Auch der Autoclub ACE verweist auf den gewaltigen bürokratischen Aufwand. Zudem würden die Menschen von der Pflicht, Nummernschilder anzubringen, vom Radfahren abgehalten, sagte Sprecher Rainer Hillgärtner.

„Es gibt zwar bisweilen Radfahrer, die sich nach Unfällen mit Fußgängern aus dem Staub machen“, sagte der Unfallforscher Siegfried Brockmann vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft. „Ich glaube aber, dass auch mit Fahrradkennzeichen die meisten davon nicht gefunden würden.“

„Die Frage nach den Nummernschildern kommt zwar manchmal auf“, erklärte Christian Kellner vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat. „Ich weiß aber nicht, ob wir damit für die Verkehrssicherheit viel erreichen könnten.“

Ablehnung auch beim Deutschen Anwaltverein: „Die Bürger würden belastet, man würde gewünschten Radverkehr verhindern und allenfalls bei geringsten Delikten zur Aufklärung beitragen“, sagte der Verkehrsjurist Jörg Elsner. Um radelnde Verkehrssünder zu schnappen, gebe es ein sehr viel wirksameres Mittel als Kennzeichen, glaubt ADFC-Sprecher Fillipek: Polizisten auf Fahrrädern.

dpa

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