Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Familie verbrennt Leiche und kassiert Rente
Nachrichten Panorama Familie verbrennt Leiche und kassiert Rente
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:58 26.05.2010
Anzeige

Anfang des Jahres hatten sich zwei Schwestern des damals 66-jährigen Udo C. bei der Polizei gemeldet. Die beiden Frauen vermissten ihren Bruder. Udo C. war seit mehreren Jahren krank. Seit dem Spätsommer 2009 hatten die Schwestern ihren Bruder nicht mehr erreichen können, erklärten sie. Die Polizei startete eine groß angelegte Suchaktion und veröffentlichte ein Foto des Vermissten. Bereitschaftspolizisten durchkämmten das Gelände rund um das Wohnhaus des Mannes in der Ortschaft Menslage. Schon früh gingen die Beamten davon aus, dass der Vermisste womöglich getötet worden war, tappten aber lange im Dunkeln, denn in Menslage – einer Gemeinde mit 2400 Einwohnern im Norden des Landkreises Osnabrück – war der Tote offenbar nur wenig bekannt. „Wir können zu der Familie gar nichts sagen“, erklärte gestern eine Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung. „Das sind keine Hiesigen.“ Udo C. und seine Angehörigen waren erst vor einigen Jahren zugezogen und lebten in einem ehemaligen Bauernhaus. „Unauffällig“ hätten die Menschen dort gelebt, heißt es nun in Menslage. Von einem irgendwie gearteten Hilfegesuch etwa durch Udo C. oder andere Familienmitglieder ist der Gemeindeverwaltung nichts bekannt.

Bei der Befragung von Angehörigen räumten nun die beiden Verdächtigen ein, dass sie bereits im vergangenen Jahr Udo C. tot in seiner Wohnung gefunden hätten. Anstatt den Tod ihres Verwandten zu melden, beschloss das Paar, die Leiche zu verbrennen. Offenbar hatten sie Zugang zum Bankkonto des Toten. Monat für Monat ging dort weiter die Rente von Udo C. ein, von der sich nun die Frau und der Mann bedienten.

Anzeige

Laut einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft sind die Angaben der beiden Verdächtigen zu den Todesumständen von Udo C. nicht einheitlich. Die Ermittler schließen deshalb ein Gewaltverbrechen weiter nicht aus. Es gebe außerdem eine Reihe weiterer Anhaltspunkte für ein Tötungsdelikt, sagte Behördensprecherin Wibke Warnking. Genauere Auskünfte zu den Lebensumständen des Toten und seiner Verwandtschaft wollte die Staatsanwaltschaft gestern nicht geben. „Wir sind noch mitten in den Ermittlungen“, erklärte Warnking. Die Polizei sucht weiter nach Zeugen und fragt, wer Udo C. seit Mai 2009 gesehen hat und wer womöglich etwas beobachtet haben könnte.

Bernhard Remmers

Panorama Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko - Ölpest bedroht Fischer vor der Küste Louisianas
26.05.2010
26.05.2010