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Panorama Feuer zerstören „grüne Lunge“ Athens
Nachrichten Panorama Feuer zerstören „grüne Lunge“ Athens
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20:20 24.08.2009
Die Feuerwehr in Griechenland hat die Brände langsam eingedämmt.
Die Feuerwehr in Griechenland hat die Brände langsam eingedämmt. Quelle: afp
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Mit heulenden Turbinen prescht der Wasserbomber durch die weißen Wellenkämme in der Bucht von Nea Makri. Das Wasserflugzeug zieht eine Fahne aus Gischt hinter sich her. Im Gleitflug auf dem Meer füllen sich die Tanks im Rumpf in weniger als 15 Sekunden mit mehr als 6000 Liter Salzwasser. Dann ziehen die Piloten die Maschine hoch. Während sie in einer Steilkurve abdrehen und die lodernden Feuerfronten in den Bergen über Nea Makri ansteuern, setzt bereits das nächste Flugzeug zur Wasserung an.

Unablässig bombardierten die Piloten der Canadair-Amphibienflugzeuge gestern die Flammen im Nordosten der griechischen Hauptstadt Athen mit Löschwasser. Die ersten Maschinen waren bereits vor dem Morgengrauen von der Luftwaffenbasis Eleusis westlich Athens aufgestiegen, im ersten Tageslicht waren sie über den Brandgebieten im Nordosten Attikas. Im Laufe des Vormittags wuchs die Flotte immer weiter an: Maschinen aus Frankreich, Italien und ein Hubschrauber aus Zypern beteiligten sich an den Einsätzen. Am Mittag waren schließlich 16 Löschflugzeuge und neun Hubschrauber in der Luft. Zwei weitere wurden aus Spanien erwartet. Und erstmals seit dem Beginn des Infernos am Sonnabendmorgen schöpften die Feuerwehren ein wenig Hoffnung: Der massive Einsatz aus der Luft und abflauende Winde zeigten Wirkung.

„Die Brände dauern an, aber sie sind nicht mehr so heftig wie in den vergangenen Tagen“, sagte Feuerwehrsprecher Giannis Kapakis. Aber für Erleichterung oder gar Entwarnung sei es noch viel zu früh: „Wenn der Wind wieder stärker wird, könnten die Brände jederzeit neu angefacht werden und völlig außer Kontrolle geraten“, warnten Fachleute.

Überdies fiel eines der Löschflugzeuge gegen Mittag aus: Die Maschine verlor bei der Wasseraufnahme in der Bucht von Nea Makri einen der Schwimmkörper an der Tragfläche. Die Piloten bleiben unversehrt, aber die Maschine konnte nicht mehr starten und musste von einem Boot der Küstenwache abgeschleppt werden. Der Zwischenfall zeigte, wie riskant diese Einsätze gerade bei starkem Wellengang sind.

Das Großfeuer erreicht die Vororte Athens.

Während die Piloten der Löschflugzeuge ihre waghalsigen Tiefflüge über den Flammen fortsetzten, kämpften am Boden mehr als tausend Feuerwehrleute, Soldaten und freiwillige Helfer gegen das Feuer. Die meisten waren der Erschöpfung nahe. Viele Männer haben seit Beginn der Einsätze am Freitagabend nur stundenweise Schlaf gefunden. Aber aufgeben will keiner. „Wir bleiben hier, bis das Feuer unter Kontrolle ist“, sagte ein Feuerwehrmann im Fernsehen.

Die gefährlichsten Feuerfronten wüteten gestern bei den Ortschaften Porto Germenos, beim historischen Marathon und in der Umgebung des Küstenortes Nea Makri. „Die Lage ist tragisch“, sagte der Bürgermeister des Ortes, Jordanis Louizos. Daneben loderten Flammen an fast 150 kleineren Brandherden. Rund 200 Quadratkilometer ist das Brandgebiet inzwischen groß, eine Fläche von der Größe Hannovers. Wo das Feuer gewütet hat, bleibt eine schwarze Mondlandschaft zurück, aus der verkohlte Baumgerippe und die rußgeschwärzten Ruinen abgebrannter Häuser aufragen.

Über das Ausmaß der Sachschäden gab es am Montag noch keine zuverlässigen Schätzungen. In griechischen Medienberichten war von 200 abgebrannten Häusern die Rede. In der Nacht zum Montag mussten erneut mehrere Ortschaften und ein Kloster, in dem orthodoxe Nonnen leben, evakuiert werden.

Verheerend sind allerdings die Folgen für die Umwelt. Die Wälder im Nordosten Attikas waren die „grüne Lunge“ der griechischen Hauptstadt. Der Athener Präfekt Giannis Sgouras sprach von einer „massiven ökologischen Katastrophe“.

von Gerd Höhler

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