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Panorama „Frederike“ ist tot - Wildschwein wollte als Rind leben
Nachrichten Panorama „Frederike“ ist tot - Wildschwein wollte als Rind leben
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17:51 06.12.2010
Mit einer Rinderherde verbrachte das Wildschwein Frederike seine Zeit. Quelle: dpa
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Das kleine Wildschwein Frederike, das monatelang in einer Herde Galloway-Rinder im Landkreis Göttingen gelebt hat, ist tot. Er habe das Tier am Wochenende leblos auf der Winterweide bei Roringen entdeckt, sagte Rinderhalter Bodo Bertsch aus Waake am Montag und bestätigte Medien-Informationen.

Warum Frederike verendet ist, sei unklar. Der Kadaver sei äußerlich unverletzt. Das Wildschwein wirke auch wohlgenährt und mache nicht den Eindruck, als ob es verhungert wäre, sagte Bertsch. Auch ein Tierarzt habe keine Todesursache feststellen können. Offenbar habe das Wildschwein aber Durchfall gehabt. Der Kadaver soll jetzt untersucht werden.

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Das Wildschwein, das im Alter von wenigen Wochen offenbar seine eigene Rotte verloren hatte, war im September in der Rinderherde aufgetaucht. Die Galloways - 14 Alttiere und 12 Kälber - hatten Frederike nach anfänglichem Zögern schnell als Herdenmitglied akzeptiert. Das Wildschwein war seither meistens einer Mutterkuh gefolgt. Es hatte sich wie ein Kälbchen benommen und sogar Gras gefressen und am Euter der Kuh getrunken.

Wenn die Rinder sich zum Wiederkäuen hinlegten, kuschelte das kleine Wildschwein sich an. Und den Umzug der Rinder-Herde per Viehtransporter von der Sommer- auf die Winterweide machte es problemlos mit. Nur seine Versuche, das Muhen der Galloways nachzuahmen, waren wenig erfolgreich.

In den Medien war „Frederike“ ein kleiner Star, auch international. Selbst aus Japan hätten sich Journalisten nach dem ungewöhnlichen Mitglied seiner Rinderherde erkundigt sagte Bertsch.

dpa