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Panorama Frühchen durch zu hoch dosierte Augentropfen verletzt
Nachrichten Panorama Frühchen durch zu hoch dosierte Augentropfen verletzt
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19:58 21.02.2012
Drei Frühchen sind in Wuppertal durch zu hoch dosierte Augentropfen verletzt worden. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Wuppertal

In einer Wuppertaler Klinik sind drei frühgeborene Kinder durch zu hoch dosierte Augentropfen verletzt worden. Der Wirkstoff in den Tropfen sei eintausend Mal zu hoch dosiert gewesen, sagte der Wuppertaler Oberstaatsanwalt Wolf-Tilmann Baumert am Dienstagabend der dpa. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung. Baumert bestätigte einen entsprechenden Bericht der Internetausgabe des „Solinger Tageblatts“.

Ein Junge aus Solingen habe „recht schwerwiegende Augenverletzungen“ erlitten, sagte Baumert. Die anderen beiden Kinder, ein Junge und ein Mädchen, kommen aus Wuppertal. Um welchen Wirkstoff es sich handelt, konnte der Staatsanwalt zunächst nicht sagen. Ob die Kinder bleibende Schäden davon tragen würden, sei noch offen.

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Ermittelt werde noch nicht gegen konkrete Personen. Zunächst soll aufgeklärt werden, wer die Tropfen zubereitet hat und wer die Vorgaben dafür gemacht hat. „Wir stehen ganz am Anfang.“ Der Unfall sei am 7. Februar geschehen. Am 10. Februar sei die Staatsanwaltschaft von der Klinik über den Unfall informiert worden. Auch Unterlagen seien bereits ausgehändigt worden.

Nach Informationen des „Solinger Tageblatts“ wurden die drei Frühchen bei einer Routineuntersuchung auf der Neugeborenen-Intensivstation mit den zu hoch dosierten Tropfen behandelt. Die Hornhaut ihrer Augen sei verätzt worden. Der Junge aus Solingen sei inzwischen operiert worden.

Der Zeitung sagte ein Kliniksprecher am Dienstag auf Nachfrage, dass die Ursache für den Zwischenfall eine „Falschübermittlung der Rezeptur unter den behandelnden Ärzten sowie unvollständige Prüfungen der zuständigen Apotheke“ sei. In Absprache mit den Eltern würden die drei Kinder weiter in der Klinik behandelt. Bei den beiden Frühchen aus Wuppertal sei die Prognose positiv.

dpa