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Panorama Fünfjähriger wird Opfer eines Gewaltverbrechens
Nachrichten Panorama Fünfjähriger wird Opfer eines Gewaltverbrechens
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18:57 18.08.2010
Am Mittwochmorgen fand die Polizei den vermissten Jungen aus dem Kreis Holzminden tot auf. Polizeibeamte sichern den Fundort der Leiche. Quelle: dpa
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Verzweifelte Suche mit schrecklichem Ende: Ein vermisster Fünfjähriger ist im Weserbergland von einem noch Unbekannten umgebracht worden. Der seit Dienstagnachmittag aus dem Elternhaus in Delligsen verschwundene Julian sei am Mittwochmorgen tot zwischen Schutt und Abfallsäcken in einer benachbarten Garage gefunden worden, sagte Polizeisprecher August Wilhelm Winsmann. „Wir gehen von einem Verbrechen aus.“ Eine Mordkommission wurde eingesetzt.

Julian habe bei seiner Mutter (28) und deren Lebensgefährten (26) gelebt, der Vater sei von der Familie getrennt gewesen. Alle drei würden als Zeugen vernommen, erklärte die Polizei. Bei der Aufgabe der Vermisstenanzeige hatte der Lebensgefährte angegeben, er sei mit den ein, drei und fünf Jahre alten Kindern alleine in der Wohnung gewesen. „Er sagte, er habe den Einjährigen gebadet, und plötzlich sei der Fünfjährige weggewesen“, erklärt Winsmann.

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Aus taktischen Gründen nannte die Polizei zunächst keine Einzelheiten, etwa zur Todesursache oder einem möglichen Tatverdächtigen. Zu einem Trennungsstreit als möglichem Hintergrund der Tat wollte sie sich ebenfalls nicht äußern. Auch ob die Familie bereits bei der Polizei bekannt war, wurde nicht gesagt. Die Ermittlungen liefen in alle Richtungen.

In dem Fachwerkhaus im Zentrum der Kleinstadt im Kreis Holzminden sei Julian zuletzt am Dienstag gegen 17.00 Uhr gesehen worden, sagte Winsmann. Zunächst hätten Verwandte und Bekannte alleine nach dem Jungen gesucht, um 21.25 Uhr dann meldete die Mutter ihn auf der Wache als vermisst. Die Beamten veranlassten eine großangelegte Suchaktion, an der sich bis 01.00 Uhr nachts mehr als 60 Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr beteiligten. Dabei waren auch Suchhunde im Einsatz. Auch Julians Vater beteiligte sich die ganze Nacht über an der Suche.

Am Mittwochmorgen wurde die Aktion mit einem Hubschrauber und Beamten der Bereitschaftspolizei fortgesetzt. Um 10.55 Uhr schließlich entdeckten Polizisten das Kind in einem als Garage und Stall genutzten Nachbargebäude. Zu den näheren Umständen und den Verletzungen des Kindes sagte die Polizei nichts. „Wir waren nachts in der Garage, konnten aber im schwachen Schein der Taschenlampe nichts in dem ganzen Müll erkennen“, sagte einer der geschockten Helfer, die am Mittwoch vor dem Haus stehen.

ap/dpa