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Panorama Germanwings-Copilot hatte Angst zu erblinden
Nachrichten Panorama Germanwings-Copilot hatte Angst zu erblinden
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11:09 12.06.2015
Der Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin, kündigte die Ausweitung der Ermittlungen am Donnerstag an. Quelle: dpa
Paris

Der Copilot der abgestürzten Germanwings-Maschine war nach Angaben der französischen Staatsanwaltschaft fluguntauglich. "Er war nicht mehr in der Lage, ein Flugzeug zu fliegen", sagte Staatsanwalt Brice Robin am Donnerstag in Paris unter Berufung auf behandelnde Ärzte. Der 27-Jährige sei instabil und psychisch krank gewesen. Zudem habe er Augenprobleme gehabt.

Die Ermittler in Marseille wollen in einem Verfahren gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Tötung auch eine mögliche Verantwortung von Germanwings und Konzernmutter Lufthansa klären. Es gebe aber bisher keinerlei Beweise, dass bei den Fluggesellschaften der aktuelle Gesundheitszustand des Copiloten bekanntgewesen sei.

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Andreas L. hat nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft den Airbus am 24. März absichtlich in den französischen Alpen zum Absturz gebracht. Alle 150 Menschen an Bord kamen ums Leben. Die meisten Opfer stammten aus Deutschland. Nach Angaben des Staatsanwaltes hat er seinen Kollegen in Düsseldorf angeboten, das Verfahren zu übernehmen. Darauf sei die Staatsanwaltschaft in Düsseldorf nicht eingegangen. Der 27 Jahre alte Copilot war nach Angaben Robins in den vergangenen fünf Jahren bei 41 verschiedenen Ärzten.

Im letzten Monat vor dem Absturz waren es laut Staatsanwaltschaft sieben Besuche. L. habe versucht, dies zu verheimlichen. Robin berichtete weiter von Augenproblemen des Piloten. Er habe Angst gehabt, zu erblinden. Die 16 verunglückten Schüler aus Haltern am See sollen von Freitag an beigesetzt werden. Am Nachmittag (14.00 Uhr) wird das erste der Opfer nach einer Trauerfeier mit Freunden und Familie zu Grabe getragen.

Eine weitere Bestattung findet später in einem anderen Ortsteil Halterns statt. Die Stadt am Rande des Ruhrgebiets trauert um 16 Zehntklässler und ihre zwei Lehrerinnen, die von einem Spanienaustausch nicht lebend zurückkehrten.

dpa

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