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Panorama Glatte Straßen und Chaos am Airport Frankfurt
Nachrichten Panorama Glatte Straßen und Chaos am Airport Frankfurt
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14:11 18.12.2010
Quelle: dpa
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Chaos am Frankfurter Flughafen, glatte Straßen und ein Ansturm in Wintersport-Gebieten: Die Schneemassen von Tief „Petra“ halten Deutschland auch am Wochenende in Atem. Zum Samstag hörte der Schneefall weitgehend auf, vielerorts schien die Sonne. Auch andere europäische Länder wie etwa Großbritannien oder Italien haben schwer mit dem Schnee zu kämpfen.

Am verschneiten Frankfurter Flughafen warteten am Samstagmorgen tausende Passagiere auf ihren Abflug. „Der Flugplan ist komplett aus den Fugen geraten“, sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport. Bis 09.00 Uhr seien schon 100 Flüge gestrichen worden, am Vortag waren 560 von 1400 Flügen am größten deutschen Airport annulliert worden.

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Etwa 2500 am Freitag gestrandete Fluggäste wurden zusätzlich in den ohnehin schon vollen Terminals erwartet. „Von Entspannung kann keine Rede sein“, sagte der Sprecher. In Frankfurt seien zwar die Start- und Landesbahnen geräumt. Aber weil andere europäische Flughäfen geschlossen seien - etwa Pisa und Flughäfen in Kroatien - könne sich die Lage in Frankfurt noch verschärfen.

Die Verkehrslage in Deutschland beruhigte sich dagegen wieder etwas. Die Straßen waren am Samstag weitgehend wieder frei. Am Freitag waren wegen des heftigen Schneefalls noch Straßen und Autobahnen quer durch die Republik dicht, Autofahrer standen auf hunderten Kilometern im Stau, immer wieder gab es Unfälle. Nachdem mehrere umgekippte Lkw für Stunden die Straßen blockierten, wird über eine Schneeketten-Pflicht für Lastwagen diskutiert. Auch in der Nacht zum Samstag gerieten Auto- und Lastwagenfahrer bei frostigen Temperaturen auf spiegelglatter Fahrbahn teilweise ins Schleudern.

Halten sich Schnee und Eis weiter so hartnäckig, werden sich Autofahrer vielerorts nicht mehr auf geräumte Straßen verlassen können. „Wir versuchen alles zu tun, aber wenn man kein Geld hat, wird man teilweise den Winterdienst einschränken“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB), Gerd Landsberg, der Nachrichtenagentur dpa.

Schon jetzt werde auf einigen Nebenstraßen nicht mehr gestreut. „Die Bürger werden sich wahrscheinlich daran gewöhnen müssen, wie in skandinavischen Ländern, dass man auch auf einer festgefahrenen Schneedecke fahren kann“, sagte Landsberg. „Eine andere Alternative sehe ich zurzeit nicht.“

Schnee und Eis behindern zunehmend auch die Versorgung in Deutschland. Den ersten Tankstellen ging eine Woche vor Weihnachten der Treibstoff aus. Spritmangel betraf besonders Tankstellen in den Mittelgebirgen wie im Harz, im Erzgebirge oder im Thüringer Wald. Aufgrund der Engpässe dürfen in Thüringen und Sachsen an diesem Sonntag ausnahmsweise Streusalz- und Benzinlaster fahren.

Doch Schnee kann auch schön sein: Die Wintersportgebiete im Harz erlebten am Samstag den ersten Ansturm von Weihnachtsurlaubern. Die Zufahrtsstraßen seien weitgehend frei, berichtete ein Polizeisprecher in Braunlage. Die Polizei in Goslar empfahl für den Oberharz Schneeketten im Gepäck zu haben.

dpa

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