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Panorama Grillverbot gegen Müllberge und Lärm
Nachrichten Panorama Grillverbot gegen Müllberge und Lärm
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13:31 07.05.2011
Im Maschpark und den Herrenhäuser Gärten ist das Grillen verboten. Quelle: dpa
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Sobald die Abende lauer werden, wird der Grill ausgepackt: im Park, am See oder am Flussufer. Doch nicht überall im Nordwesten kommt das gut an. Die Anwohner des Bremer Werdersees klagten über Lärm, Gestank und Müllberge. Deshalb ist das Grillen dort seit Ostern verboten, außer auf ausgezeichneten Flächen. Auch in Hannover und Osnabrück gibt es Probleme mit Barbecue-Partys im Grünen, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. In Lüneburg ist das Grillen in Parks und Wäldern sogar überall untersagt.

Bei gutem Wetter qualmt es auf vielen Wiesen in Bremen, doch nirgendwo war es in diesem Jahr bisher so schlimm wie am Werdersee. „An warmen Tagen hatte das Überhand genommen“, sagte der Sprecher der Umweltbehörde, Michael Ortmanns. Berge von Müll und verkohlte Erde blieben zurück. Dabei stellt die Behörde im Sommer an beliebten Grillplätzen zusätzliche Container auf und lässt diese etwa dreimal täglich leeren. Am Werdersee half das nicht. Deshalb darf jetzt nur noch an vier Stellen in der Nähe des Badestrandes gegrillt werden, vier weitere sollen demnächst folgen.

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Auch die Osnabrücker rösten ihre Bratwurst gerne im Freien - und zwar zunehmend außerhalb der zwei offiziellen Grillplätze. Das ist zwar nicht verboten, die Stadt sieht diese Entwicklung aber wegen der Schäden mit Sorge. „Zum Beispiel werden Einweggrills benutzt, die nach dem Grillen einfach liegen bleiben, auch die Vermüllung ist ein Problem“, sagte Frank Bludau, Leiter der Abteilung Grünflächenunterhaltung im Rathaus. Deshalb arbeitet die Stadtverwaltung gerade daran, das „wilde Grillen“ zu verbieten.

Die Stadt Hannover berichtet von ganz ähnlichen Problemen. Besonders beliebt ist der Park rund um den Maschsee. „Früher war Grillen im Maschpark erlaubt, aber dann haben wir die Reißleine gezogen“, sagte ein Sprecher der Stadt. Einmal-Grills, die direkt auf der Wiese stehen, hätten das Gras verbrannt und der Müll habe sich getürmt. Auch in den Herrenhäuser Gärten dürfen die Hannoveraner keine Würstchen braten. „Derzeit planen wir aber keine neuen Grillverbotszonen“, sagte der Sprecher.

In Oldenburg haben die Behörden dagegen keinen Grund, sich über Wild-Griller zu ärgern. In Naturschutzgebieten ist das Grillen nach Angaben des Ordnungsamts verboten, auf anderen Grünflächen aber nicht. Verbrannte Wiese, Müllberge und Rauchschwaden sind trotzdem nicht zu beklagen. Auch Lüneburg hat eine einfache Lösung gefunden: In Parks und Wäldern ist Grillen generell nicht erlaubt. „Das ist bei uns primär aus Brandschutzgründen untersagt“, erklärte Lüneburgs Stadtsprecher Daniel Steinmeier.

Wer im Maschpark in Hannover trotz Verbots seinen Grill aufstellt, muss trotzdem nicht mit Strafen rechnen. „Unsere Park-Ranger können höchstens einen Platzverweis erteilen“, sagte der Sprecher. Am Bremer Werdersee kontrollieren Polizeistreifen, ob das Verbot eingehalten wird. Bisher mussten die Beamten einige Menschen, die außerhalb der Zonen grillten, ermahnen. Strafen haben sie aber noch nicht verhängt.

Doch die Umweltbehörde beobachtet nicht nur den Werdersee. Sie hat auch das Weserufer entlang des Osterdeiches und den Stadtwaldsee im Auge. Besonders an der Weser gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Ärger, weil die Wiese total vermüllt war. Ein Grillverbot ist dort zurzeit nicht geplant. „Man kann das aber schnell einführen“, sagte Ortmanns. Je nachdem, ob die Müllberge wieder steigen oder nicht.

dpa