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Panorama Hamburger Pastor unter Kinderpornografie-Verdacht
Nachrichten Panorama Hamburger Pastor unter Kinderpornografie-Verdacht
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13:41 08.12.2009
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Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt gegen einen evangelischen Pastor aus Hamburg-Rahlstedt. Der 47-Jährige stehe unter Verdacht, Kinderpornografie besessen und sich möglicherweise an Kindern vergangen zu haben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Wilhelm Möllers, am Dienstag auf ddp-Anfrage. Auch der stellvertretende Sprecher der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Hamburg, Thomas Kärst, bestätigte die Vorwürfe. Die Kirche habe ein Disziplinarverfahren gegen den Pastor eingeleitet.

Die Tageszeitung „Die Welt“ (Dienstagausgabe) hatte berichtete, die Polizei sei bei der Zerschlagung eines Kinderpornorings auf den Geistlichen gestoßen. Die Ermittler seien dem 47-Jährigen im Rahmen der Operation „Zuckerwald“ auf die Spur gekommen, sagte Möllers. Dabei handle es sich um Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und des Bundeskriminalamts. „Zuckerwald“ sei der Name einer Internetseite mit kinderpornografischen Inhalten. Der Pastor soll Nutzer dieser Seite gewesen sein.

Die Wohnung des Seelsorgers sei bereits Ende September durchsucht worden, sagte Möllers. Dabei hätten die Beamten Beweismaterial in Form von Datenträgern und Computern beschlagnahmt. Nach der ersten Durchsicht hätten die Fahnder eine erhebliche Zahl entsprechender Bilder sichergestellt, die den Verdacht erhärteten.

Die Kirche sei im Juli über die Vorwürfe informiert worden, sagte Kärst. Seitdem sei der Pastor vom Dienst freigestellt gewesen, weil gegen ihn der Verdacht einer Straftat bestehe. Laut Kärst wurden in den vergangenen zwei Wochen rund 200 Eltern von der Kirche über die Vorwürfe in Kenntnis gesetzt. Bei einer Gemeindeversammlung am Sonntag sei zudem über den Fall informiert worden.

Kärst sagte, es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, die Eltern zu informieren. Dies sei erst jetzt geschehen, weil die Polizei im November begonnen habe, Kinder aus der Gemeinde zu befragen, die möglicherweise betroffen sind. Insgesamt seien sieben Kinder befragt worden.

Bereits im vergangenen Jahr war in Hamburg ein Geistlicher wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs ins Visier der Ermittler geraten. Dem katholischen Pfarrer wurde vorgeworfen, sich an minderjährigen Ministranten vergangen zu haben. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen jedoch einige Monate später ein, da keine ausreichenden Hinweise gefunden worden waren.

ddp