Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Harz erhält einzigartiges Hanf-Labyrinth
Nachrichten Panorama Harz erhält einzigartiges Hanf-Labyrinth
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:58 16.02.2010
Touristen-Attraktion Hanf-Labyrinth. Im Sommer soll es im Harz fertig sein. Quelle: dpa
Anzeige

Als sich das niedersächsische Landeskabinett Ende Januar auf dem Klostergut Wöltingerode zur Klausurtagung traf, war in der benachbarten Klosterbrennerei eine neuartige Spirituose in Arbeit: Hanflikör. Inzwischen ist das Getränk fertig. Durchschimmernd hellgrün, mild, 25 Prozent Alkohol. „Schmeckt Klasse“, so die Bewertung von Goslars Landrat Stephan Manke, der den Likör am Dienstag als einer der ersten verkosten konnte. Offiziell ausgeschenkt wird der „Hänfling“ erstmals Anfang Juli. Dann soll in Wöltingerode Norddeutschlands erstes Hanf-Labyrinth eröffnet werden.

Ausgesät werden die Cannabis-Pflanzen für das Labyrinth im Frühjahr auf einem zwei Hektar großen Gelände innerhalb der Klostermauern. „Früher hatten die Nonnen dort ihren Garten“, sagte der Administrator des Klostergutes, Günther Heuer-Brockmann. Anfang Juli werden die Pflanzen mindestens zwei Meter hoch sein. „Dann werden die Gänge präpariert.“

Anzeige

Das Labyrinth werde sicher zu einer echten Touristen-Attraktion, glaubt Landrat Manke, der auch Vorsitzender des Gesamtharzer Tourismusverbandes (HTV) ist. Der HTV rechnet mit mehreren zehntausend zusätzlichen Gästen während der Sommersaison. Vienenburgs Bürgermeisterin Astrid Eltner rechnet mit einem Aufschwung des Tourismus am nördlichen Harzrand.

Die Hanfpflanzung soll der Region aber nicht nur weitere zahlende Besucher bringen. Das Klostergut wolle auch mit Schulen zusammenarbeiten, damit Jungen und Mädchen in Wöltingerode mehr über die heute fast vergessene Nutzpflanze erfahren können, sagte Heuer-Brockmann.

Koch Oliver Sehnem vom Wöltingeroder Klosterhotel hat sich schon jetzt mit den Möglichkeiten beschäftigt, Hanf in seiner Küche einzusetzen. Für den kleinen Hunger zwischendurch hatte er auf Hanfblättern kaltgeräucherten Lachs bereitet, dazu Bratling aus Hanfkörnern und abschließend kleine Küchlein mit Hanflikör und eingebackenen Hanfblüten.

Dass sich jemand an den Hanf-Pflanzen in Wöltingeroder berauschen könnte, sei im übrigen ausgeschlossen, sagte Heuer-Brockmann. Es handele sich um Nutzhanf-Pflanzen vom Typ Fedora 17. Der Wirkstoffgehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) sei mit weniger als 0,3 Prozent so niedrig, „da kann keiner high werden“.

lni