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Panorama Harzer Hirsche werden wegen des Schnees zugefüttert
Nachrichten Panorama Harzer Hirsche werden wegen des Schnees zugefüttert
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13:52 05.02.2010
Wildtierfütterung im Harz: Hirsche am Rehberger Grabenhaus bei St. Andreasberg. Quelle: dpa
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„Damit die Hirsche trotz des ungewöhnlich hohen Schnees über den Winter kommen, erhalten sie an zahlreichen Futterplätzen im Harz regelmäßig Heu und Silage“, sagte der Sprecher der Landesforsten in Clausthal-Zellerfeld, Michael Rudolph, am Freitag.

Da der Schnee vielerorts höher als einen Meter liege und der Boden gefroren sei, hätten die Hirsche als typische Grasfresser kaum noch eine Chance, selbst Futter zu finden. Der Landkreis Goslar hat zu Beginn dieser Woche deshalb offiziell die sogenannte Notzeit für die Tiere ausgerufen. Seither ist auch die Jagd untersagt.

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„Die älteren Hirsche kennen die Futterstellen aus früheren Wintern“, sagte Rudolph. Dort erhalten sie vor allem Heu, das von den Oberharzer Bergwiesen stammt. Sogenanntes Kraftfutter sei dagegen tabu. Im Gegensatz zum Rotwild erhalten Rehe und Wildschweine kein Futter. „Die Rehe finden auch bei hohem Schnee immer noch genügend Knospen zu fressen“. Und die Wildschweine seien im Oberharz ohnehin nicht gerne gesehen. „Sie sollen in tiefer gelegene Reviere abwandern“.

Dass Jäger und Förster die Hirsche füttern, hat zumindest aus Sicht der Landesforsten auch wirtschaftliche Gründe. „Die Hirsche würden sonst die Rinde junger Laubbäume abschälen und fressen“, sagte Rudolph. Die betroffenen Buchen, Eschen oder Ahorn-Bäume können dadurch absterben. „Das bedeutet am Ende einen echten Wertverlust“. An einigen Plätzen im Harz können Besucher die Hirsch-Fütterung beobachten, so etwa an der Rehberger Baude in der Nähe von St. Andreasberg.

lni