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Panorama Heckenschütze soll hingerichtet werden
Nachrichten Panorama Heckenschütze soll hingerichtet werden
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10:10 10.11.2009
John Allen Muhammad soll am Dienstag hingerichtet werden. Quelle: afp
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John Allen Muhammad hatte im Oktober 2002 in der Region rund um die US-Hauptstadt gemeinsam mit einem Komplizen in einer Serie von Attentaten willkürlich zehn Menschen aus dem Hinterhalt erschossen.
Drei Wochen lang terrorisierten Muhammad und sein damals minderjähriger Ziehsohn Lee Boyd Malvo die Einwohner Washingtons und der umliegenden Gemeinden in Virginia und Maryland. Willkürlich und zu den unterschiedlichsten Tageszeiten schossen sie an Tankstellen und Parkplätzen gezielt auf Passanten. Die Menschen der Region lebten jeden Tag mit der Angst, das nächste Opfer zu sein. Der blutige Albtraum endete am 24. Oktober 2002, als die beiden auf einem Autobahnrastplatz nördlich von Washington festgenommen wurden.

Während Malvo lebenslang hinter Gitter musste, verurteilte ein US-Gericht in Virginia den Haupttäter Muhammad zum Tode. Muhammad stelle eine „anhaltende ernsthafte Gefahr für die Gesellschaft“ dar, wenn er am Leben bleibe, erklärte Richter Leroy Millette im März 2004. Es gebe „keine vergleichbar schweren“ Verbrechen in dem Bundesstaat.

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Als Motiv für die Tat gab Malvo Muhammads Abscheu gegen die Vereinigten Staaten an. Sein früherer Komplize habe die USA wegen der „Sklaverei“, ihrer „Heuchelei“ und ihrer Außenpolitik gehasst. Muhammad, der als Golfkriegsveteran ein routinierter Schütze ist, war vor mehr als 20 Jahren zum Islam konvertiert. Da die beiden Schützen von den Behörden zehn Millionen Dollar zu erpressen versucht hatten, war auch Geldgier als möglicher Grund vermutet worden.

In der vergangenen Woche rief der inzwischen 48 Jahre alte Muhammad in einem letzten Appell das Oberste Gericht in den USA an, um seine Hinrichtung noch zu stoppen. Seine Anwälte argumentierten vor dem Supreme Court in Washington, dass ihrem Mandanten nicht genug Zeit zur restlosen Ausschöpfung aller Berufungsmittel eingeräumt worden sei. Zudem weisen sie auf Verfahrensfehler bei seiner Verurteilung hin. So sei nicht ausreichend berücksichtigt worden, dass Muhammad unter Paranoia und anderen mentalen Störungen gelitten habe. Das Urteil der Richter stand am Montag noch aus.

afp