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Panorama Heißluftballon muss notlanden: Elf Verletzte
Nachrichten Panorama Heißluftballon muss notlanden: Elf Verletzte
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14:02 13.09.2010
Quelle: Michael Pohl (Archiv)
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Bei der Notlandung eines Heißluftballons sind im Kreis Gifhorn zwölf Menschen verletzt worden, drei von ihnen schwer. Zu dem Unfall war es am Sonntagabend gekommen, als ein Unwetter aufzog. Der Ballon wurde bei einem Landeversuch auf einer Wiese von einer starken Windböe erfasst und wieder angehoben, teilte die Polizei am Montag mit.

Bevor die Gondel endlich zum Stehen kam, richtete sie in Gärten und an Gebäuden reichlich Schaden an. Zunächst wurde der Ballonkorb in eine Buchenhecke gedrückt, anschließend trieb er über eine Wiese gegen einen Stall. Danach driftete der Ballon noch durch mehrere Vorgärten und riss dabei etliche Zäune um. Schließlich prallte der Korb gegen eine Garagenwand und kam so zum Stehen.

Ein 61-Jähriger Mann und zwei Frauen im Alter von 40 und 48 Jahren wurden dabei so schwer verletzt, dass sie auf der Intensivstation eines Braunschweiger Krankenhauses behandelt werden müssen. „Es besteht aber keine Lebensgefahr“, sagte Thomas Reuter von der Gifhorner Polizei.

Die anderen Passagiere kamen mit Prellungen, Hautabschürfungen und kleineren Blessuren davon. Sie seien jedoch geschockt und hätten noch nicht befragt werden können, hieß es von der Polizei. Der 69 Jahre alte Ballonfahrer blieb als einziger unverletzt. Alle Fahrgäste kamen aus Braunschweig. Das Ballon-Unternehmen hat seinen Sitz in Lüneburg.

Frank Göldner von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) vermutet als Ursache für die missglückte Landung eine ungewöhnliche Wetterlage. „Ein Gewitter kam von Südwesten und dann kam noch starker Wind von Nordwesten.“ Letztendlich müsse der Unfall aber noch genau untersucht werden, ein Ergebnis werde erst in einigen Tagen erwartet.

Die Ballonhülle legte sich nach dem Aufprall über die Garage bis auf das Dach des angrenzenden Wohnhauses. Dabei wurde einer der beiden Schornsteine abgebrochen, rutschte über die Dachfläche auf einen Hof und beschädigte dort auch noch zwei Autos leicht. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf 30.000 Euro.

Trotz des Unfalls ist eine Fahrt mit dem Ballon aber grundsätzlich eine sichere Sache, heißt von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung. „Im vergangenen Jahr verunglücken zwölf Ballone, 2008 waren es neun“, sagte Frank Göldner von der BFU, der alle Luftfahrtunfälle in Deutschland gemeldet werden. Tödliche Unfälle seien sehr selten. 2008 ga es ein Todesopfer, 1999 vier gegeben. In Deutschland sind rund 1300 Ballone zugelassen.

dpa