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Panorama „Hells Angels“ bestätigen Übertritt von „Bandidos“-Mitgliedern
Nachrichten Panorama „Hells Angels“ bestätigen Übertritt von „Bandidos“-Mitgliedern
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18:17 04.02.2010
Ein mit einer schwarzen Folie und einem Klebeband mit dem Schriftzug „Bandidos MC“ beklebtes Fenster des bisherigen „Bandidos MC Centro“ Clubhauses in der Residenzstraße im Stadtteil Reinickendorf in Berlin. Quelle: dpa
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"Seit dem 3. Februar 2010 sind alle 18 Mitglieder des Bandidos MC El Centro zum Hells Angels MC übergetreten", bestätigte Frank Hanebuth, Präsident der hannoverschen Hells Angels, dieser Zeitung. "Alle Spekulationen über Beweggründe wie zum Beispiel geschäftlicher Natur weisen wir als pure Unterstellung zurück", sagt er.

"In Niedersachsen ist sowohl der Hells Angel MC mit einem Charter und der Bandidos MC mit zwei Chaptern vertreten", sagt Frank Federau von der Polizei Hannover. "Auseinandersetzungen zwischen diesen beiden Clubs hat es seit dem Überfall in Stuhr 2006 in Niedersachsen nicht gegeben." Und weiter: "Der Wechsel eines gesamten Chapters des Bandidos MC zum Hells Angels MC ist zweifellos ein besonderer Vorgang."

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„Die Männer sind bei den Bandidos ausgetreten und haben sich mit sofortiger Wirkung uns angeschlossen“, äußerte sich auch der Chef der deutschen „Hells Angels“, Django T., am Donnerstag dem „Tagesspiegel“. Die Neuen würden Teil der „Hells Angels Türkei“ sein. Dass die Neuen der türkischen Sektion angehörten, habe interne Gründe, über die er nicht reden wolle, sagte T. den Angaben zufolge.

Nach dem Übertritt wird nun ein neuer Rockerkrieg befürchtet, da die Bandidos geschwächt aus dem Übertritt heraus gehen. „Das ist eine eindeutige Schwächung der „Bandidos“ und eine Kräfteverschiebung zugunsten der „Hells Angels““, sagte eine Sprecherin der Berliner Senatsinnenverwaltung am Donnerstag. Die Ermittler fürchten deshalb Gewalttaten. Die Polizei Hannover geht aber davon aus, dass am ehesen in Berlin mit Auseinandersetzungen zu rechnen ist.

Zwischen „Bandidos“ und „Hells Angels“ war es schon in der Vergangenheit mehrfach zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Die bundesweit agierenden Banden werden mit Drogen- und Waffenhandel sowie mit dem Rotlichtmilieu in Verbindung gebracht. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter hatte ein Verbot der Rockergruppen gefordert.

dj/afp/dpa