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Panorama Hunderte Polizisten „randalieren" in Celle
Nachrichten Panorama Hunderte Polizisten „randalieren" in Celle
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17:48 30.08.2011
Angriffe von gewalttätigen Demonstranten und zahlreiche Festnahmen: Die niedersächsische Bereitschaftspolizei ist bei einer Großübung im Einsatz. Quelle: dpa
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Celle

Die Insassen im weißen Kleinbus trommeln mit den Fäusten gegen die Scheiben - durch die Fahrzeugtür stürmen Polizisten in schwerer Schutzkleidung. Schnell haben die Beamten mehrere Schlagstöcke sichergestellt und nehmen Personen in den Klammergriff, um sie aus dem Bus zu bringen. „Keine Gewalt“ schreien die jungen Leute - dennoch: sie sind aggressiv und leisten Widerstand.

Bei der Großübung der niedersächsischen Bereitschaftspolizei am Dienstag in Celle spielen die Insassen laut Drehbuch gewaltbereite linke Demonstranten, alle Komparsen sind in Wirklichkeit Polizisten.

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Das erste Szenario: Zu einem Aufmarsch von Rechten haben linke Gruppen eine Gegendemonstration angekündigt. Die Polizei hat eine Kontrollstelle aufgebaut, durchsucht Wagen und überprüft die Insassen. Dabei entdecken die Beamten gefährliche Gegenstände. Als die Polizisten einen Bus betreten, drehen sie als erstes ein Übersichtsvideo: Damit wissen sie später, wer wo gesessen hat und können gefundene Waffen zuordnen.

Im Einsatz auf einem ehemaligen Kasernengelände sind mehrere Einheiten der Polizei - alle zusammen bilden die Hundertschaft. Insgesamt 800 Mitwirkende spielen Szenen nach einem festen Drehbuch.

Hintergrund für die Großübung sind gewaltsame Ausschreitungen bei Fußballspielen in der vergangenen Saison oder beim Castortransport. „Wir haben eine spürbar zunehmende Gewaltbereitschaft bei derartigen Einsätzen“, sagt Polizeipräsident Christian Grahl.

Eine junge Frau liegt am Boden, zwei Beamten fesseln ihre Hände mit Kabelbindern. Sie wird wie andere Festgenommene in einen Wagen geführt. Dort überprüft die Polizei die Identität und nimmt die Vorwürfe auf. Die Betroffenen werden dann entlassen oder kommen in Gewahrsam - auch solche Aktionen müssen ständig geübt werden.

Kurz darauf eskaliert die Situation: Rund 100 linke Demonstranten marschieren Richtung Versammlungsplatz. Sie werfen Feuerwerkskörper und postieren sich schließlich vor der Polizei. Dann fliegen Flaschen und Knallkörper in Richtung der Beamten.

Eine Polizeidrohne steigt in die Luft, um das Geschehen aufzunehmen. Die gewaltbereiten Demonstranten ignorieren die Anweisungen der Polizei - der Wasserwerfer kommt zum Einsatz. Dann stürmen die Beamten auf die linke Gruppe zu.

„Das ist eine klassische Begegnung zwischen Polizei und Demonstranten“, erklärt Polizeipräsident Grahl. „Die Beamten holen bei diesen Einsätzen gezielt Straftäter und Rädelsführer aus den Menschenmassen heraus“, erläutert er. Um diese zu identifizieren werden spezielle Tatbeobachter eingesetzt.

Führungskräfte der Polizei sowie Gruppen aus Kroatien und den Niederlanden beobachten die Übung. „Die Sicherheitsarchitektur in Europa über die Landesgrenzen hinaus muss gefestigt werden“, betont Grahl. Die nationale und internationale Zusammenarbeit der Polizei gewinne immer mehr an Bedeutung.

dpa