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Panorama Hurrikan „Irene“ fordert erste Todesopfer
Nachrichten Panorama Hurrikan „Irene“ fordert erste Todesopfer
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22:43 27.08.2011
„Irene“ war am Samstagmorgen mit Windgeschwindigkeiten von um die 140 Stundenkilometer im Bundesstaat North Carolina auf Land getroffen. Quelle: dpa
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New York

Erste Regenfälle haben am Samstagnachmittag (Ortszeit) den Wirbelsturm „Irene“ in New York angekündigt. Zu diesem Zeitpunkt war es in der Metropole praktisch noch windstill, die Stadt hat sich aber auf einen der stärksten Stürme der vergangenen Jahrzehnte vorbereitet. Der öffentliche Verkehr steht still, U-Bahnen und Busse fahren nicht, die Flughäfen sind längst dicht. USA-weit gab es schon vier Tote, zudem waren eine Million Menschen ohne Strom.

Allein in North Carolina starben drei Menschen, zudem ein Kind in Virginia. Der Elfjährige wurde erschlagen, als in der Werftstadt Newport News ein Baum durch das Dach der Wohnung schlug. Der US-Sender CNN berichtete, dass in North Carolina ein Autofahrer im Unwetter von der Straße abkam und einen Baum rammte. Anderswo erschlug ein Ast einen Mann. In dem Südstaat hatte der Sturm mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometern in der Stunde die USA erreicht. Für rund eine Million Menschen fiel laut CNN der Stzrom aus.

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Problematisch ist weniger die Geschwindigkeit der Windspitzen, sondern die Größe des Wirbelsturms: „Irene“ bedeckt fast die gesamte Ostküste der USA und wird so länger als andere Stürme wüten. Und er soll auch Gebiete erreichen, die mit tropischen Wirbelstürmen nicht vertraut sind: Die Megametropole New York und die Neuenglandstaaten um Boston. Selbst Kanada wird „Irene“ zu spüren bekommen. Weiteres Problem: Im Gegensatz zum gewaltigen Sturm „Gloria“ 1985 wird „Irene“ mit der Flut zusammentreffen.

Besonders bedroht ist Long Island, die fast 200 Kilometer lange Insel, die östlich von New York in den Atlantik ragt. Sie sollte am Samstagabend (Ortszeit) gesperrt werden, dann kann man nur noch von der Insel runter, aber nicht mehr rauf. „Wir bereiten uns auf das Schlimmste vor“, sagte ein Vertreter des Countys (Landkreis). „Und das sollte jeder tun. Nehmen Sie diesen Sturm sehr, sehr ernst.“

Auch ohne Bus und Bahn waren die New Yorker am Samstag trotz Regens und Schwüle noch zu Hamsterkäufen unterwegs. Batterien, Fertignahrung und vor allem Wasser wurde aus den Läden geschleppt. Oft stießen die Kunden aber nur auf leere Regale. „Das ist jetzt der vierte Supermarkt. Nichts!“, sagte ein Kunde in einem nördlichen Vorort. In einem nahen Aldi-Markt sagte ein Mitarbeiter: „Das ganze Wasser ist längst weg. Wir haben schon nachgeordert, aber in der ganzen Region scheint es keine Flasche Wasser mehr zu geben.“

New Yorks Bürgermeister Bloomberg hatte am Freitag zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt eine Evakuierung tieferliegender Gegenden der Stadt angeordnet. Davon sind nach jüngsten Angaben über 370.000 Menschen betroffen. Ab 21.00 Uhr Ortszeit am Samstagabend (3.00 Uhr MESZ am Sonntag) galt ein Ausgehverbot in New York. Bloomberg forderte zuvor die Menschen mit Nachdruck auf, sich in Sicherheit zu bringen: Alle seien gewarnt worden; er werde keinen Polizisten rausschicken, um Leute zu retten, die unvorsichtig seien - so wie die Menschen, die sich trotz des nahenden Unwetters noch an den Stränden der Metropole aufhielten. New Jerseys Gouverneur Chris Christie wurde noch deutlicher: „Get the hell off the beach“ - „Haut verdammt noch mal vom Strand ab! Brauner werdet Ihr nicht! Haut vom Strand ab!“

Neben der Millionenmetropole wird der Hurrikan auch in US-Großstädten wie Baltimore, Philadelphia und Washington D.C. zu spüren sein. In der US-Hauptstadt gingen am Samstagmittag (Ortszeit) erste kräftige Regenfälle nieder. Dort und in mindestens zehn Bundestaaten war zuvor vorsorglich der Notstand ausgerufen worden. Nach Angaben des US-Senders CNN sind von „Irene“ rund 65 Millionen Menschen betroffen - das ist rund ein Fünftel der gesamten US-Bevölkerung.

US-Präsident Barack Obama zeigte sich am Samstag bei einem Besuch in der Zentrale der Katastrophenschutzbehörde FEMA zufrieden über den bisherigen Hurrikan-Einsatz. „Ihr macht einen prima Job“, lobte Obama, der zuvor wegen des Sturms „Irene“ seinen Sommerurlaub um einen Tag verkürzt hatte. Zugleich wies er auf die Aufgaben hin, die noch vor Helfern und Einsatzkräften liegen. „Das werden lange 72 Stunden“, betonte der Präsident.

dpa

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