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Panorama Im Harz regiert jetzt der Wintersport
Nachrichten Panorama Im Harz regiert jetzt der Wintersport
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11:36 19.12.2009
Von Mathias Klein
Spaß im Schnee: Während die Schneedecke am Wurmberg vorerst nur zum Rodeln reicht, ist in den höheren Lagen bereits Wintersport möglich.
Spaß im Schnee: Während die Schneedecke am Wurmberg vorerst nur zum Rodeln reicht, ist in den höheren Lagen bereits Wintersport möglich. Quelle: Herzog
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Außerdem laufen die Schneekanonen Tag und Nacht. Für Sonntag sagen die Meteorologen weitere Schneefälle voraus. Der Harz ist in Niedersachsen derzeit das einzige Wintersportgebiet. Im Solling liegt zwar auch eine fünf Zentimeter hohe Schneedecke, für Wintersport reicht das aber noch nicht. Auch im Deister galt Freitag noch die Devise „abwarten“. Arno Rose vom Skiclub Springe hielt die am Freitag gefallenen vier bis sechs Zentimeter noch nicht für ausreichend. „Sollte es ein bisschen mehr schneien, ist aber Rodeln möglich“, sagt Rose.

„Wir haben richtig schönes Winterwetter“, meldet Miriam Fuchs vom Harzer Verkehrsverband. „Es ist kalt, und die Sonne scheint.“ Fuchs schlägt vor, beispielsweise die weihnachtliche Stimmung bei einem Spaziergang durch die verschneiten Tannenwälder zu genießen.

Aber in den höheren Lagen ist Wintersport möglich: Dort liegen zehn bis 25 Zentimeter Schnee. Am Torfhaus hatten schon am gestrigen Freitag der Rodellift und der Skilift geöffnet. Liftbetreiber Holger Körber berichtet von einer 25 Zentimeter hohen Schneedecke.

In Hahnenklee hat künstlicher Schnee die Bedingungen verbessert. Nach Angaben der Touristeninformation ist die Seilbahn am Wochenende in Betrieb, außerdem ist die Familienabfahrt am Bocksberg geöffnet. Rodeln ist auf der Rodelbahn in der Nähe der Stabkirche möglich.

Einige Möglichkeiten für Wintersportler gibt es auch in und um St. Andreasberg. Am Matthias-Schmidt-Berg hat die Schneekanone eine 20 Zentimeter dicke Pulverschneedecke geschaffen. „Die Schneequalität ist gut und griffig“, sagt Liftbetreiber Karsten Otto. Die Strecke sei auch gut für Anfänger geeignet. Otto nimmt am Wochenende den Sessellift in Betrieb. Auch am Sonnenberg bei St. Andreasberg beträgt die Schneehöhe 20 Zentimeter, dort ist der Lift seit dem gestrigen Freitag in Betrieb. In und um St. Andreasberg kann an einigen Hängen außerdem gerodelt werden. Einen besonderen Andrang dürfte St. Andreasberg-Oderbrück erleben. Dort ist nach Angaben des Harzer Verkehrsverbandes die bislang einzige Langlaufloipe des Harzes gespurt.

Auf dem Wurmberg in Braunlage hat der Wind einen großen Teil des gestern gefallenen Pulverschnees weggeweht. „Das reicht nicht zum Präparieren für die Skifahrer“, sagt Geschäftsführer Dirk Nüsse. „Rodler sind aber herzlich willkommen.“ Nüsse berichtet von vielen strahlenden Kindergesichtern. „Für viele ist Schlittenfahren zu einem seltenen Erlebnis geworden.“

Liftbetreiber Körber vom Torfhaus rechnet damit, dass der große Andrang auf den Harz erst am Sonntag einsetzen wird. „Die Erfahrung zeigt, dass viele Leute an den Adventssonnabenden in die Städte zum Einkaufen fahren“, sagte er. „Am Sonntag dürfte dann der Ansturm beginnen.“

Die Polizei rät dringend, nur mit Winterreifen in den Harz zu fahren. Derzeit sind die wichtigsten Straßen zwar geräumt, aber auf den meisten Parkplätzen befindet sich eine festgefahrene Schneedecke. Außerdem könnten Schneefälle am Sonnabend und Sonntag auch die Straßen in Rutschbahnen verwandeln.

Wer gerne zum Torfhaus fährt, muss sich in diesem Winter umstellen. Die Samtgemeinde Oberharz kassiert seit dem 1. Dezember Parkgebühren auf dem Großparkplatz. Eine Stunde kostet 50 Cent, der Tagespreis beträgt drei Euro. Eine Sprecherin der Kommune hat angekündigt, das bislang übliche Parken links und rechts an der Bundesstraße in Torfhaus nicht mehr zu dulden. In einiger Entfernung vom Torfhaus dürfen Autofahrer – nach der Freigabe durch die Polizei – aber weiterhin ihre Wagen an der Straße abstellen.

Die aktuellen Schneehöhen, Temperaturen und weitere nützliche Informationen zu den Wintersportmöglichkeiten im Harz gibt es auf der Internetseite harzinfo.de und bei den Tourismusbüros der einzelnen Orte.