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Panorama Internationaler Schleuser- und Drogenring zerschlagen
Nachrichten Panorama Internationaler Schleuser- und Drogenring zerschlagen
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11:52 18.01.2011
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Bei den Durchsuchungen wurden zwei Schusswaffen und Vermögenswerte in Höhe von 70.000 Euro beschlagnahmt; nebenbei wurde eine Cannabis- Plantage in Belgien enttarnt. Der mutmaßliche Drogenlieferant und Chef der Bande wurde in Belgien festgenommen. Der Bande wird Schleusung, Urkundenfälschung und die Einfuhr von annähernd 500 Kilogramm Marihuana im Wert von mindestens 2,2 Millionen Euro vorgeworfen, wie die Behörden am Dienstag berichteten.

Ins Rollen kam die Geschichte durch Ermittlungen im Schleuser- Milieu. Bald kam ans Licht, dass die Tatverdächtigen auch massiv in Drogengeschäfte verstrickt waren. Eine gemeinsame Ermittlungsgruppe aus Bundespolizei (die für Schleusung zuständig ist) und Zollfahndung (die sich mit Rauschgift beschäftigt) arbeitete seit August 2010 gemeinsam an dem Fall. Federführend waren die Staatsanwaltschaften in Kassel und Berlin.

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Die Ermittler glauben, dass die Gruppe fast eine halbe Tonne Rauschgift aus Belgien und den Niederlanden bezogen und zu Preisen zwischen 3000 und 5000 Euro pro Kilogramm an Unterhändler in Kassel und Berlin geliefert hat. Allein während der Ermittlungen wurden 160 Kilogramm Marihuana sichergestellt. Neben den Kurieren für die Rauschgiftfahrten wurden auch Geldkuriere, Bunkerhalter und Geldeintreiber eingesetzt.

Als mutmaßlicher Chef der Bande und Lieferant der Drogen gilt ein 45-Jähriger, der in Belgien wohnt und seit Jahren als „Größe“ im Drogengeschäft gilt. Kurz nach seiner Verhaftung konnte in Belgien eine tausend Quadratmeter große Marihuana-Plantage in einer alten Fabrikhalle ausgehoben werden. 1200 Cannabis-Pflanzen im Wert von etwa 120.000 Euro wurden sichergestellt. Wäre die Ernte verkauft worden, hätte sie rund 300.000 Euro eingebracht, berichteten die Ermittler.

Neben Drogengeschäften verdiente die Bande auch Geld mit Urkundenfälschung. „Schleusungswilligen“ boten sie gefälschte Papiere für Belgien, Dänemark, Griechenland, Spanien und Rumänien an. Für eine „Garnitur“ - bestehend aus Reisepass, Personalausweis und Führerschein - verlangten sie 3000 Euro.

Mit Ausnahme eines Deutschen sind alle Festgenommenen türkischer Herkunft. Die Hauptbeschuldigten in Deutschland sind zwei 34 und 31 Jahre alte Brüder aus Kassel sowie zwei 34 und 32 Jahre alte Männer aus Berlin. Außer dem Chef in Belgien ließen sich laut Polizei alle Männer widerstandlos festnehmen. Die in Kassel und Berlin Festgenommenen sollen dem Haftrichter vorgeführt werden. Die in Belgien Festgenommenen sollen nach Deutschland ausgeliefert werden.

dpa

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