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Panorama „Berühmtsein ist manchmal so anstrengend“
Nachrichten Panorama „Berühmtsein ist manchmal so anstrengend“
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00:21 15.06.2015
Von Dany Schrader
„Ich will ein Faultier adoptieren“: Emma Schweiger (r.) und ihre Mutter Dana. Quelle: Bilan

Emma, dein Vater Til Schweiger ist einer der beliebtesten deutschen Schauspieler. Du hast in mehreren Filmen an seiner Seite gespielt. Bist du auch berühmt?
Emma: Nein.

Möchtest du es werden?
Emma: Nein. Das ist zu stressig. Wenn ich alt bin, möchte ich auf den Bahamas wohnen und in meinem Schaukelstuhl sitzen.

Bei der Verwirklichung könnte ein bisschen Berühmtheit ja vielleicht sogar helfen ...
Emma: Ich glaube, ich habe schon vorgearbeitet.
Dana Schweiger: Das Schöne am Berühmtsein ist, dass du die Menschen auf Themen aufmerksam machen kannst, die dir wichtig sind. Du kannst dich zum Beispiel für Kinderrechte einsetzen - und man hört dir zu.
Emma: Aber ich finde es manchmal so anstrengend ...
Dana Schweiger: Ich glaube, du wirst das gefragt, weil du schon berühmt bist.
Emma: Bin ich nicht.
Dana Schweiger: Ein bisschen schon.
Emma: Nein, Mama.
Dana Schweiger: Wie süß! Sie will nicht berühmt sein.
Emma: Ah. Peinlich.

Heißt das, Emma wird nicht mehr schauspielen?
Dana Schweiger: Man weiß es nicht. Emma wird im Sommer noch die Hauptrolle im Kinofilm „Conni“ spielen. Das ist der erste Film ohne ihren Vater. Nach dem Dreh wird es erst mal eine Pause geben. Emma sehnt sich zurzeit nach Normalität. Dann soll sie diese auch bekommen. Sie ist nicht so im Rampenlichtfieber. Manchmal ist ihr die Aufmerksamkeit, die sie bekommt, peinlich. Und ich verstehe das auch. Aber dann kommt wieder ein Projekt, und sie sagt, sie will es machen.

Entscheiden Sie über so etwas mit Ihrem Ex-Mann Til Schweiger gemeinsam?
Dana Schweiger: Nein. Das entscheidet Emma gemeinsam mit ihrem Papa. Ich kriege meist von Emma die Nachricht: „Mama, ich spiele in Papis nächstem Film mit.“ Ich würde da auch nicht einschreiten. Es geht Emma sehr gut zusammen mit Til, und sie fühlt sich wohl dabei.

Emma, wie deine Zukunft aus?
Emma: Ich hoffe, dass ich viele Sprachen lernen kann. In Neuseeland will ich dann ein paar Jahre leben. Und ich will ein Faultier adoptieren.

Wie kommst du ausgerechnet auf ein Faultier?
Emma: Die sind voll süß.

Und sonst?
Emma: Ich möchte einen - ich weiß nicht, wie das auf Deutsch heißt - Hippie-Bus fahren.
Dana Schweiger: Du meinst ­einen VW-Bus. Damit wollen wir in Amerika all die schönen Musikfestivals besuchen.
Emma: Ich bleibe in Neuseeland.
Dana Schweiger: Nein, du kommst mit, wenn du uns dort besuchst.
Emma: Genau, Mama. Du fährst in der Zukunft mit deinen Kindern, die alle schon mit der Schule fertig sind, in Amerika herum. Dann machen alle noch einmal einen großen ­Road-Trip zusammen. Das wäre lustig. Mit Oma und Opa, die sitzen hinten. Und Papa wird drangehängt. Das wäre cool.

Emma, du hast hinter die Kulissen des Musicals „Hinterm Horizont“ geschaut, das zur Zeit des Mauerfalls spielt.
Emma: Ja, die Geschichte mit der Mauer, die mitten durch Berlin ging früher, ist sehr interessant, und ich kann mir hier alles anschauen, wie das früher war. Wir Kinder heute kennen die Geschichte mit der Teilung der Stadt ja nur aus Erzählungen, hier bei „Hinterm Horizont“ ist alles nah.

Frau Schweiger, wie erinnern Sie sich an diese Zeit?
Dana Schweiger: Den Mauerfall habe ich nur aus der Ferne erlebt. Ich war damals in Tokio. Im Jahr 1992 bin ich nach Deutschland gekommen. Eine meiner besten Freundinnen stammt aus der ehemaligen DDR. Es war sehr faszinierend, jemanden zu kennen, der im Osten gelebt hat. Als Amerikaner denkt man immer als Erstes an die Stasi. Aber Anne erzählte mir, dass es in der DDR auch schöne Dinge gab. Faszinierend fand ich, wie sie einmal von ihrer ersten Cola erzählte: Von der hat sie täglich nur einen winzigen Schluck genommen. Die Flasche stand oben auf ihrem Schrank und war nach einer Woche noch nicht leer. Das gab es auch: Eine andere Haltung zum Konsum und einen sehr engen Familienzusammenhalt.

Emma, willst du denn auch mal eine eigene Familie gründen?
Emma: Ja, unbedingt. Ich will drei Kinder bekommen und eines adoptieren. Allerdings erst, wenn ich in den Dreißigern bin. Vorher will ich reisen und Fotografin werden.

Warum ein Kind adoptieren?
Emma: Ich möchte nicht, dass so viele Kinder in Waisenheimen aufwachsen müssen. Da ist es bestimmt nicht so schön wie bei einer Familie. Ich möchte helfen. Ich will auch ganz viele Tiere adoptieren. Als Erstes aber das Faultier.

Interview: Dany Schrader

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