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11:28 02.11.2015
Postboten in Irland neigen zur Detektivarbeit. Auch ohne Postleitzahlen kamen die Briefe an. Quelle: Bernd Settnik
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Die Post kam tatsächlich beim richtigen Empfänger an. Denn die irischen Briefträger sind fast schon berühmt für ihre Orts- und lokalen Bevölkerungskenntnisse. Der Inselstaat verzichtete als einziges Land in der EU auf Postleitzahlen. Nun aber hat Irland aufgeschlossen. Seit diesem Sommer darf sich jeder Einwohner über den Besitz einer Postleitzahl freuen. Das neue System nennt sich Eircode und ist freiwillig. So richtig angefreundet haben sich die Iren mit den Codes noch nicht. Zu teuer sei das System, finden Kritiker, immerhin werden die Kosten auf bis zu 38 Millionen Euro geschätzt. Andere halten die Eircodes schlicht für kompliziert.

Der Eintritt Irlands in die postalische Zukunft scheint schwieriger als gedacht. Dabei erfasst das System jede der rund 2,2 Millionen Adressen genauer als beispielsweise jenes in Deutschland. Der Eircode lokalisiert nicht nur ein Gebiet oder eine Gemeinde, sondern identifiziert mit dem zweiten Block jedes Haus einzeln. Einer der Gründe dafür liegt in der Idylle der 4,6-Millionen-Einwohner-Insel mit ihren sanften Hügeln und grünen Tälern. Viele Straßen sind so klein, dass ihnen ein Name verwehrt wurde. Viele Iren schwören deshalb auf ihr veraltetes, Kreativität förderndes System. In den Brief an Barry Henderson hatte im Übrigen dessen Freund nur eine knappe Mitteilung gesteckt: "Wenn das angekommen ist, wohnst du in einem Dorf", schrieb er. Oder eben in Irland.

von Katrin Pribyl

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