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Panorama Jagdhündin Nora überlebt 23 Tage in Felsspalte
Nachrichten Panorama Jagdhündin Nora überlebt 23 Tage in Felsspalte
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15:08 16.11.2010
Dieter Helmold mit seiner Deutschen Wachtel-Hündin Nora.
Dieter Helmold mit seiner Deutschen Wachtel-Hündin Nora. Quelle: dpa
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Ihr verzweifeltes Bellen hat einer Hündin aus dem Harz das Leben gerettet. 23 Tage lang steckte das hilflose Tier in einer tiefen Felsspalte in einem Naturschutzgebiet südlich von Osterode fest.

Nora, eine Deutsche Wachtelhündin, war bei einer Jagd am 22. Oktober in die Spalte gerutscht. „Wir haben mit der ganzen Familie wochenlang verzweifelt nach Nora gesucht“, sagte Besitzer Dieter Helmold am Dienstag.

Erst 23 nasskalte Tage später - am vergangenen Sonntag - konnte das vier Jahre alte Tier endlich gerettet werden. Zwei Frauen, die mit ihren Hunden in der Gipskarstlandschaft Hainholz spazieren gingen, hörten Noras Bellen, berichtete der „HarzKurier“. Eine der Frauen zwängte sich durch die Felsspalte nach unten und fand dort die völlig abgemagerte Jagdhündin.

An der gleichen Stelle war der 63 Jahre alte Besitzer in den vergangenen Wochen auf der Suche nach Nora bereits einige Male vorbei gelaufen. Doch er hörte kein Heulen, Winseln oder Bellen. Dieter Helmold erklärt sich dieses Verhalten mit den Jagdinstinkten seiner Hündin.

Es gebe Situationen, in denen Jagdhunde still sein müssten und sich nicht bewegen dürften. Dies sei wichtig, damit sie die Jagd nicht negativ beeinflussten, sagt Noras Herrchen, der ehrenamtlicher Kreisjägermeister in Osterode ist. Die Hündin jagt, seit sie sechs Monate alt ist und hat sogar eine Meisterprüfung abgelegt.

„Die Ungewissheit war sehr schlimm. Sie hätte ja auch, angegriffen von Wildsauen, hilflos im Wald liegen können“, erzählt Dieter Helmold. Er ging nach ersten erfolglosen Suchaktionen an die Presse und ließ Fotos der Hündin veröffentlichen. Doch auch diese Aufrufe brachten keine Hinweise.

Am Sonntag kam endlich die gute Nachricht: Spaziergänger hatten Nora in der Felsspalte gefunden. „Sie war bis aufs Skelett abgemagert. Sie wog nur noch die Hälfte“, erzählt Helmold.

Mittlerweile geht es der Jagdhündin mit dem braunen Fell wieder gut. „Sie frisst und ist putzmunter. Sie war sogar schon wieder mit auf der Jagd.“ In drei Wochen - so schätzt der Kreisjägermeister - ist Nora wieder ganz die Alte.

dpa