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Panorama Kältester Dezemberbeginn seit Jahrzehnten lähmt Europa
Nachrichten Panorama Kältester Dezemberbeginn seit Jahrzehnten lähmt Europa
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15:43 01.12.2010
Ein Autofahrer versucht in Scharbeutz an der Ostsee sein im Schneesturm festgefahrenes Auto frei zu schaufeln. Quelle: dpa
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Pünktlich zum meteorologischen Winterbeginn herrscht rekordverdächtige Kälte in weiten Teilen Europas: In vielen Orten war es der kälteste 1. Dezember seit Jahrzehnten. In Polen starben mehrere Obdachlose, Flughäfen in Genf oder in London waren lahmgelegt. Der Straßen- und Eisenbahnverkehr war vielerorts behindert. In Deutschland ließen zweistellige Minustemperaturen vor allem die Menschen im Osten bibbern.

In der Mitte Deutschlands werde es tagsüber kaum wärmer als minus fünf Grad, sagte Meteorologe Robert Scholz vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Mittwoch in Offenbach. In den Nächten werde es vor allem im Osten Deutschlands bitterkalt mit minus 15 und örtlich minus 20 Grad. Es werde für viele Orte der kälteste Beginn des meteorologischen Winters, seit an den jeweiligen Stationen Wetterdaten erfasst werden, sagte Scholz, noch bevor die für Donnerstag erwartete genaue Auswertung vorlag. In der Nacht zum Mittwoch hatte der DWD so im sächsischen Kubschütz minus 17 Grad gemessen. „Frost steht weiterhin auf der Tagesordnung“, sagte Scholz. Auch ergiebige Schneefälle gebe es weiter. Zudem drohten vor allem in Sachsen, Thüringen und dem südlichen Brandenburg Schneeverwehungen.

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Viele Menschen trugen dicke Mützen und schützten sich vor der beißenden Kälte, indem sie Schals vor dem Gesicht trugen. Während am Adventskalender das erste Türchen zu öffnen war, bekam mancher am Morgen kaum die zugefrorene Autotür auf.

In Polen erfroren allein am Dienstag acht Männer. Sie seien zwischen 33 und 72 Jahren alt gewesen und seien alle betrunken gewesen, sagte ein Polizeisprecher in Warschau. In der Nacht zum Mittwoch war es im Osten des Landes bis zu minus 26 Grad kalt. Bereits in den Vortagen waren mehrere Menschen erfroren.

Rekordverdächtige Kälte und Chaos in weiten Teilen Europas: Der Genfer Flughafen musste gesperrt werden und mehr als 10.000 Lastwagen standen still.

Eisglatte Straßen behinderten den Berufsverkehr am Morgen zum Beispiel in Schleswig-Holstein. Besonders Nebenstrecken in den Kreisen Schleswig-Flensburg, Nordfriesland und Plön waren zum Teil spiegelglatt, so dass einige Fahrzeuge in Gräben oder gegen die Leitplanken rutschten. In Ostholstein blieben Schulen geschlossen.

Nach dem Schneechaos der vergangenen Tage meldete Deutschlands größter Flughafen in Frankfurt/Main weitgehend normalen Betrieb. Etwa 60 Flüge seien ausgefallen, vor allem als Folge der Annullierungen des Vortags, sagte ein Sprecher. Mehr als Eis und Schnee machte dem Flughafen der Wind zu schaffen. Mit der Startbahn West wurde eine von drei Startbahnen mehrfach gesperrt. Es kam zu einigen Verspätungen.

Andernorts gab es mehr Probleme: Heftiger Schneefall legte den Genfer Airport am Dienstagabend komplett lahm. Die Räumkolonnen bekamen die Pisten nicht mehr frei. Alle Flüge wurden gestrichen. Etwa 200 gestrandete Flugpassagiere kamen in Zivilschutzräumen unter, weitere 100 übernachteten im Flughafen.

Auch die Flughäfen London Gatwick und Edinburgh sagten am Mittwoch zeitweise jegliche Starts und Landungen ab. In Schottland meldeten Wetterstationen bis zu minus 20 Grad.

In Frankreich standen mehr als 10 000 Lastwagen wegen Schneefalls still. In vielen Orten fielen auch Schulbusse aus. Besonders betroffen war Lyon, wo am Vormittag 20 Zentimeter Neuschnee lagen und kein einziger Bus fuhr. In Zentralfrankreich waren zunächst weiterhin etwa 300 Haushalte ohne Strom.

dpa

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