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Panorama Kampf gegen Jahrhundertflut in North Dakota geht weiter
Nachrichten Panorama Kampf gegen Jahrhundertflut in North Dakota geht weiter
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18:44 29.03.2009
Die US-Regierung rechnet damit, dass wegen der Überschwemmungen rund 30.000 Menschen etwa eine Woche lang in Notunterkünften untergebracht werden müssen. Quelle: Scott Olson/afp
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Selbst wenn der Pegelstand des Red River am Samstag einige Zentimeter gesunken sei, gehe der Kampf gegen das Hochwasser weiter, sagte der Bürgermeister der Stadt Fargo, Dennis Walaker. Mit 12,4 Metern hatte der Fluss zuvor den höchsten Stand seit 112 Jahren erreicht.

Die Einsatzkräfte in Fargo konnten am Samstag kurz aufatmen, als der Pegelstand des Red River auf 12,3 Meter sank. Anlass zur Entwarnung war dies nach Einschätzung der Behörden aber nicht: „Bei einem solchen Hochwasser sind wir total auf der Hut“, sagte Bürgermeister Walaker in Fargo. Es sei wichtig, dass die Bürger die insgesamt 77 Kilometer langen Deiche und Erddämme der Stadt im Blick behielten und die Behörden sofort über undichte Stellen informierten.

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US-Präsident Barack Obama lobte den Einsatz der Helfer, die „frostigen Temperaturen, Windböen und Schneefall trotzen, um Dämme entlang der Flussufer zu errichten“. Seine Regierung werde zusammen mit den Behörden und Hilfsorganisationen vor Ort tun, „was getan werden muss“, sagte er in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache.

Freiwillige füllten weiterhin Sandsäcke, um die Deiche zu verstärken. Der Frost kam den Helfern insofern entgegen, als er die Schneeschmelze und damit einen weiteren Anstieg der Pegelstände verzögerte. Für die kommenden Tage war aber ein Schneesturm vorausgesagt, der den Wasserstand des Red River wieder ansteigen lassen und durch starke Winde für gefährlich hohe Wellen sorgen dürfte. Die Behörden überlegten daher, mit Hubschraubern Sandsäcke an besonders gefährdeten Stellen der Deiche abzuwerfen.

An der Ausbesserung der Deiche beteiligte sich auch Curt Kesselring, der als Einwohner von Fargo bereits vier Hochwasserkatastrophen mitmachte und bei zweien ein Haus verlor. „Ich denke, wir haben das Schlimmste hinter uns, aber es gibt viele Dinge, die sich nicht vorhersagen lassen“, sagte er.

Seinen höchsten Stand seit 1897 hatte der Red River in Fargo bereits Samstagfrüh (Ortszeit) erreicht. Mit 12,4 Metern übertraf der Wasserstand sogar den damaligen Rekord von 12,2 Metern. Vor der drohenden Jahrhundertflut waren bereits am Freitag tausende Einwohner Fargos aus ihren Häusern geflohen. Einige Gebäude wurden bis in den zweiten Stock überschwemmt. Im Zentrum von Fargo blieben auf Aufforderung der Stadtverwaltung die meisten Geschäfte geschlossen.

Die US-Regierung rechnete damit, dass wegen der Überschwemmungen rund 30.000 Menschen etwa eine Woche lang in Notunterkünften untergebracht werden müssten. „Im schlimmsten anzunehmenden Fall könnten wir es mit 80.000 und 100.000 Menschen zu tun bekommen“, sagte US-Heimatschutzministerin Janet Napolitano am Freitag. Die nationale Katastrophenschutzbehörde FEMA sagte unter anderem 170. 000 Essenspakete und 30.000 Decken für die Flutopfer zu.

Die städtischen Behörden äußerten die Hoffnung, dass sie aus dem milliardenschweren Konjunkturpaket der US-Regierung Mittel für den Bau eines Flutschutzsystems in Fargo und dem benachbarten Moorhead im Bundesstaat Minnesota erhielten. Fargo ist die einzige größere Stadt, die durch das derzeitige Hochwasser des Red River bedroht ist.

afp