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Nachrichten Panorama Keine Passagierflüge trotz Airport-Öffnung
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20:08 18.04.2010
Der Flugverkehr über Berlin liegt weiterhin brach. Quelle: dpa
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Es seien lediglich einzelne leere Flugzeuge gestartet und gelandet, um sie von einem Flughafen zum anderen zu verlegen, sagte ein Flughafensprecher am Abend. Passagierflüge seien weiterhin nicht absehbar. Insgesamt wurden rund 2000 Flüge von und nach Berlin gestrichen.

Die Aschewolke aus Island blockiert seit Tagen den Flugverkehr über Deutschland. Am Sonntagnachmittag hatte die Deutsche Flugsicherung allerdings kurzfristig das Flugverbot an sieben deutschen Flughäfen gelockert. Davon waren auch Tegel und Schönefeld betroffen, wo für den Zeitraum von 16.00 bis 22.00 Uhr Flüge in Richtung Osten und Nordosten erlaubt waren.

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Trotzdem blieben die Airports weitgehend menschenleer, weil den Passagieren von Anfang geraten wurde, nicht zum Flughafen zu kommen, ohne sich mit der jeweiligen Airline in Verbindung gesetzt zu haben. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin schloss schon am frühen Abend aus, dass man während der kurzzeitigen Lockerung Fluggäste transportieren wird. Das Zeitfenster „reicht kaum, um irgendwo hinzufliegen“, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Zeit sei auch zu kurz, um gestrandete Passagiere zurückzuholen. Es habe am Sonntag lediglich „eine Hand voll Positionierungsflüge“ mit leeren Maschinen gegeben.

Zudem wurde am Abend für sämtliche anderen deutschen Flughäfen ein erneutes Flugverbot bis mindestens 2.00 Uhr am Montagmorgen ausgesprochen - auch für die Airports, die vorübergehend öffnen durften. Hintergrund ist, dass sich die riesige Aschewolke, die sich am Nachmittag Richtung Osten geöffnet hatte, wieder geschlossen habe, hieß es.

Erst gegen 15.50 Uhr am Sonntagnachmittag war bekanntgeworden, dass das Flugverbot von 16.00 Uhr an gelockert wird. Auf dieses Vorgehen der Flugsicherung reagierten die betroffenen Hauptstadt- Airports ungehalten: „Für uns als Berliner Flughäfen ist nicht nachvollziehbar, auf welcher Grundlage diese kurzfristige Entscheidung gefallen ist.“

Zudem steht das Flugverbot mittlerweile grundsätzlich in der Kritik. Air Berlin hatte am Samstag - ähnlich wie andere Airlines - auf der momentan zulässigen Flughöhe von 3000 Metern bereits zwei Airbusse von München nach Düsseldorf und einen weiteren von Nürnberg nach Hamburg geflogen. Die technische Überprüfung nach der Landung habe „keinerlei Beeinträchtigungen“ gezeigt, hieß es. Bislang war befürchtet worden, dass die quarzsandähnlichen Ascheteilchen Flugzeugtriebwerke beschädigen und die Sensoren verstopfen könnten. Außerdem sollen sie die Sicht der Piloten behindern.

Air-Berlin-Chef Joachim Hunold brachte am Sonntag weitere Testflüge ins Gespräch. Damit könne man „valide Erkenntnisse“ über die Auswirkungen der Vulkanasche auf die Flugzeuge gewinnen. „Uns verwundert, dass die Ergebnisse der Testflüge (...) keinerlei Einfluss auf die Entscheidungsfindung der Luftsicherheitsbehörden gefunden haben.“ Um das Chaos möglichst schnell zu beseitigen, fordert das Unternehmen zudem eine vorübergehende Lockerung des Nachtflugverbotes, wenn die Flughäfen wieder offen sind.

dpa

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