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Panorama Kinder fielen Verbrechen zum Opfer
Nachrichten Panorama Kinder fielen Verbrechen zum Opfer
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23:58 03.08.2012
Bei einem Wohnungsbrand sind in Dortmund drei Kinder ums Leben gekommen. Quelle: Symbolfoto
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Dortmund

Die Bewohner hatten nicht mal ein richtiges Namensschild. Der Name der Familie steht nur auf einem zerknitterten weißen Zettel an der Tür im Erdgeschoss des grün verputzten Mehrfamilienhauses im Dortmunder Norden, direkt neben dem Binnenhafen. Dort sind am Freitag in der Erdgeschosswohnung gegen fünf Uhr früh ein vierjähriger Junge und ein zwölfjähriges Mädchen ums Leben gekommen, der zehn Jahre alte Bruder starb kurz danach im Krankenhaus.

Drei Kinder sind nach einem Feuer in einem Dortmunder Mehrfamilienhaus gestorben. Die Umstände des Brandes sind am Unglückstag noch rätselhaft.

Zwei Fenster der Wohnung sind zersplittert, Scherben liegen am Boden, man kann hereinschauen in die rußgeschwärzte Wohnung. Am Freitagmorgen arbeiten dort die Kriminaltechniker. Man sieht ihre hellen Scheinwerfer von draußen. Über dem Haus kreist ein Polizeihubschrauber. Was ist passiert in der Dortmunder Fichtestraße?

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Fest steht, dass es im selben Haus bei der jetzt betroffenen Familie Ende Februar schon einmal gebrannt hat. Damals wohnte der Vater mit seinen Kindern im vierten Stock, die Mutter ist nach Angaben der Polizei bereits vor Jahren gestoben. Die Folgen des offenbar heftigen Feuers sind immer noch zu sehen: verkohlte Fenster, nur provisorisch mit dunkelgrünen Planen gegen den Regen abgedeckt. Dieses Feuer sei von einem zündelnden Kind verursacht worden, sagt die Polizei. Die Familie entkam damals nur knapp.

Nach dem Brand habe er der Familie eine leerstehende Wohnung im Erdgeschoss zugewiesen, sagt der Wohnungsverwalter. Das Haus gehört einer niederländischen Wohnungsgesellschaft. An Kinder, die mit Feuer gespielt haben, wollen Nachbarn diesmal aber nicht glauben. „Um 5 Uhr morgens? Haben Sie Kinder? Die schlafen um die Zeit“, sagt eine Nachbarin, die ihren Namen nicht nennen will.

Nachbarn erzählen, der Vater lebe mit einer neuen Partnerin.  Am Unglücksmorgen habe der Vater früh die Wohnung verlassen, weil er geschäftlich zu tun hatte, berichtete ein Nachbar. Seine Partnerin sei fünf Minuten später nachgekommen. Unmittelbar danach habe es gebrannt. Die Polizei bestätigt lediglich, dass der Vater zum Zeitpunkt des Brandes nicht in der Wohnung war.

So bleibt vieles rätselhaft, und die Nachbarn finden keine Erklärungen. „Schauen Sie, ich hab' die ganze Zeit Gänsehaut“, sagt Friederike Mitsilengas. Sie wohnt im Haus nebenan und bricht immer wieder in Tränen aus. Hedwig Ludwig, die auf der anderen Seite im Erdgeschoss wohnt – nur wenige Meter neben dem Brandherd – hat gar nichts mitbekommen und erfährt erst von fragenden Reportern von der Tragödie. „Drei Kinder tot“, ruft die 91-Jährige, schlägt die Hand vor den Mund und hält sich mit dem anderen Arm hilfesuchend an einem Laternenpfahl fest.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisisert.


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